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psychologisches Mobbing durch Lehrerclique

 
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skc



Anmeldedatum: 15.05.2007
Beiträge: 6

BeitragVerfasst am: 15.05.2007, 17:16    Titel: psychologisches Mobbing durch Lehrerclique Antworten mit Zitat

Zunächst vielen Dank für EMGS und die Möglichkeit in diesem Forum seinen Fall zu schildern und um Rat zu bitten.

Ich bin Vater eines 12jährigen Mädchens, welches z.Zt. die Anne-Frank-Realschule in Mainz besucht. Sie ist nun in der 6. Klasse. Ausländischer Mitbürger, in Deutschland geboren. Zunächst meine Vorgeschichte:

Während meiner Schulzeit auf dem Bischöflichen-Willigis-Gymnasium in Mainz wurde ich durch eine Lehrerclique (Klassenlehrer, Lateinlehrer u. Physiklehrer) durch einfache psychologische "Tricks" vom Klassenbesten nach einigen Jahren soweit gebracht, daß ich wegen "Schuleschwänzen" von der Schule verwiesen wurde.
Die Methoden waren ganz einfach:

Wenn ich mich melde, werde ich nicht drangenommen. Wenn der Lehrer merkt, daß ich gerade unaufmerksam bin, stellt er mir eine Frage...

Dazu kamen entwürdigende Bemerkungen.
"Ich habe dich gesehen, wie du den Pausenplatz verlassen hast! (vor der ganzen Klasse) Wenn dir etwas passiert zahlt keine Versicherung was; aber für dich würde sowieso keiner was bezahlen."

"Mach das Fenster zu!" nach 2 Minuten "Mach das Fenster auf!" nach 2 Minuten "Mach das Fenster zu!" nach 2 Minuten "Mach das Fenster auf!" immer und immer wieder...

"Als die Amerikaner einmarschiert sind, mußten wir uns alle in einer Reihe aufstellen. Sie haben mir die Uhr abegenommen und zertreten, sie war nichts wert." (ständig mich anschauend)

"Ihr sollt nicht mit Mädchen kontaktieren! Ist euch klar war ihr ihnen antut? Ist euch klar was ihr ihnen antut? Ist euch klar was ihr ihnen antut?" (ständig mich anschauend, das Willigis-Gymnasium ist eine reine Jungenschule)

Und immer diese Ignoranz, wenn ich mich meldete. Ich und 2 Mitschüler heben die Hand, beide kommen dran, Antwort jeweils falsch. Ich halte die Hand weiter oben. Der Lehrer schaut sich lange um, ob sich noch jemand meldet. Er schaut durch mich einfach hindurch. Immer und immer wieder.

Sehr gute schriftliche Noten wegen mangelhaften Mitarbeitsnoten zerstört.

Ich fing an die Schule zu hassen und vom Unterricht wegzubleiben.


Nun sehe ich die selbe Problematik bei meiner Tochter an der Anne-Frank-Realschule in Mainz, Klasse 6.

Billiges psychologisches Mobbing durch die Klassenlehrerin und 2 Mitläufer.

Die 5. Klasse hat sie problemlos absolviert mit nur einer 4, ansonsten 1, 2er, 3er.
Kopfnoten Verhalten sehr gut, Mitarbeit befriedigend
Keine Bemerkungen.

Ja, die 5. Klasse. Unwichtig. Jetzt beginnt das Finale der Orientierungsstufe.

Beispiel Physik:

1. Halbjahr schriflich 3- und 2+ (beste Arbeit)
Note Halbjahreszeugnis 4

Ähnlich Englisch und andere Fächer bei der Lehrerclique.

Kopfnote Mitarbeit unverändert, befriedigend, jedoch nun Bemerkung sie arbeite sehr wenig im Unterricht mit.

Beispiel Deutsch:

1. Halbjahr schwach 4 (1 Ausrutscher Diktat)
danach 2 Klassenarbeiten mit 4+ (Aufsatz) und 3 (Diktat), eine "Nebennote" Gedicht 2

-> Ich bekomme einen sog. blauen Brief die Leistung sei unter ausreichend abgesunken und die Versetzung sei gefährdet.


Meine Tochter ist schüchtern und eher still. Diese Lehrerclique verteilt ihr nur 4er und 5er in Mitarbeit.
Ich schrieb die Klassenlehrerin bereits vor Monaten an, sie solle mir bitte schriftlich die Mitarbeitsnoten erläutern. Nichts. Ein Angebot mal in irgendeiner Pause zum Gespräch zu kommen.

Sollte ich? Leute, ich kenne das Spiel, ich kenne es allzugut. Ich kann nicht. Ich kann einfach nicht dieser Dame in irgendeiner Pause hiterherlaufen, um mir Blödsinn anzuhören. Ich kann einfach nicht.

Ich bemühte mich um einen Termin bei der stellvertretenden Schulleiterin, was von dieser zunächst strikt abgewiesen wurde. Nach mehreren Telefonaten konnten wir vereinbaren, zusammen mit dieser Lehrerclique die Angelegenheit zu besprechen.

Heute.

Also, die Schuld läge ganz klar bei mir. Auf diese Art können wir nicht kommunizieren. (Ich war wohl etwas zynisch.)

Meine Tochter würde 4er und 5er in Mitarbeit verdienen und die Schule hätte klare Richtlinien. Sie könne diese nicht verletzen, "nur" um ein Kind nicht zu demotivieren.

Die 4 im HJZ Physik wurde mit 2 5ern in Mitarbeit begründet. Usw. Usw.

Ist meine Tochter negativ aufgefallen? Nein, sie sei ein ganz liebes braves Mädchen.
Aber sie hat in Physik schriftlich 3- und 2+ und mündlich 2 5er. So die 4. Usw. Usw.

Meine Nachfrage zu unanständigen Bemerkungen wurden sozusagen ausgelacht.

Beispiel:
Das Kind liest im Unterricht einen Text (Englisch) laut vor. Darauf die Lehrerin: "Zu diesem Buch gibt es eine CD... dein Vater ist Ingenieur, der kann sich das leisten."
-> wurde nun abgestritten

Tochter: "Ich melde mich um Vokabeln an die Tafel zu schreiben, werde nicht drangenommen; ich melde mich einen Text vorzulesen, werde nicht drangenommen; anschließend soll Seite xy aufgeschlagen werden, ich bin noch am Blättern, melde mich nicht, Frau xy ruft mich auf."
-> wurde abgestritten

Ich: "Frau xy, sie wollten ihr doch auch eine 4 in Mitarbeit geben; nachdem einige Mitschüler laut protestiert haben, änderten Sie die Note jedoch auf 3."
-> wurde abgestritten, Sie lasse sich nicht von der Klasse beeinflußen

...

Lange Rede, kurzer Sinn. Ich sei Schuld, den Kontakt mit den Lehrern nicht früher gesucht zu haben. Man ist entsetzt über meine Haltung... und findet es sehr schade.
Meine anfangs begeisterte Tochter ist demotiviert. Ich auch.
In diesem Sinne habe ich mich auch von der Psychoclique verabschiedet:

"Meine Damen und Herren, gehaben sie sich wohl!"

Danke für die Aufmerksamkeit und bitte, könnte mir jemand einen vernünftigen Rat geben? Bei dieser 3er Clique hat sie 5 Fächer.


edit: 2 Rechtschreibfehler


Zuletzt bearbeitet von skc am 15.05.2007, 19:44, insgesamt einmal bearbeitet
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skc



Anmeldedatum: 15.05.2007
Beiträge: 6

BeitragVerfasst am: 15.05.2007, 19:42    Titel: Antworten mit Zitat

...Klassenlehrerin zu Tochter vor einigen Monaten: "Wie unterhaltet ihr euch daheim?" ..."soundso"... "Deutsch müßt ihr sprechen!"

Heute: "Ihre Tochter bekommt keinen einzigen richtigen Satz auf Deutsch zusammen!"

Gut, daß dies denen in der 6. Klasse endlich aufgefallen ist. Toll. Ich habe es nicht bemerkt. Ihr Deutsch hört sich für mich genauso an wie das Deutsch ihrer deutschen Freundinnen.
Sogar nach den Rassegesetzen wäre sie vom Aussehen her arisch.

Sollte noch erwähnen, daß sie in den letzten Monaten mehrmals verweint nach Hause kam. Wieder mal eine 5 in Mitarbeit für ein stilles Kind. ...Englisch schriftllich 2x3, Mitarbeit 5. Natürlich!

Still? Aber natürlich! 5? Aber natürlich! Ich verstehen und nix würdig o Erhabene!

"Haugh große weise Leerkräfte!"
"Haugh sprechender Baumstamm!"
"Ich nix würdig! Ich nix würdig!"

Hurra! Confused

In diesem Sinne die Leitvorstellung der Anne-Frank-Realschule
http://www.mz.shuttle.de/afrs/

WIR LEGEN

- VOR DEM HINTERGRUND DES SCHICKSALS UNSERER NAMENSGEBERIN -

BESONDEREN WERT AUF DIE ERZIEHUNG ZUM MÜNDIGEN BÜRGER,

ZUR VERANTWORTLICHEN TEILHABE AM GESELLSCHAFTLICHEN GESCHEHEN

UND ZUR TOLERANZ.

Warum falle ich wiederholt auf solche Aussagen bei der Schulwahl herein?
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Momo86
Stammposter


Anmeldedatum: 21.01.2006
Beiträge: 265

BeitragVerfasst am: 16.05.2007, 07:06    Titel: Antworten mit Zitat

Ich sehe nur zwei Möglichkeiten: Entweder du holst dir einen professionellen Fürsprecher, der Gespräche mit dir gemeinsam führt, als Zeuge fungiert etc. (Schulpsychologen, Kinderarzt, Kinderpsych. , o.ä.) oder du schulst sie schleunigst auf eine andere Realschule um.

Jedenfalls solltest du niemals mehr ohne Zeugen in die Schule gehen.

Du hats in jedem Fall ein Recht darafu, dass dir das Zustandekommen der Gesamtnote erläutert wird. Deine Tochter sollte über Mobbing-Bemerkungen ein Protokoll führen und tgl. zuhause berichten, damit zeitnah eine Beschwerde (beweisbar) geführt werden kann.

==> S. Bericht in diesem Forum "Rekordsumme in Australien für gemobbten Schüler" ------ Es wird Zeit, auch in Deutschland mal Lehrer zur Verantwortung zu ziehen für solche Vorfälle.

LG Momo
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skc



Anmeldedatum: 15.05.2007
Beiträge: 6

BeitragVerfasst am: 16.05.2007, 11:20    Titel: Antworten mit Zitat

Momo86, vielen Dank für die Hinweise. Ich werde meine Tochter heute bitten, so eine Protokoll zu schreiben und jeden Schultag mit ihr besprechen.

Ich war soeben auch in der Praxis einer Kinderpsychologin und bekam ein langes Formular. Bei dieser Arroganz, die ich gestern dort erlebt habe, verstehe ich das Kind vollkommen und werde sie nun in psychologische Behandlung geben.

Weterhin habe ich nun einen Termin beim Schulleiter ausgemacht, mit der Bemerkung, sich nur mit ihm, alleine, sachlich unterhalten zu wollen. Alles andere kommt nicht in Frage, oder nur mit Anwalt. Dies wird mein letzter gutmütiger Versuch sein, die Angelegenheit zu klären.
Zum Wohle des Kindes. Ich fragte sie gestern, wie sie zu einem Schulwechsel stehen würde; sie möchte auf der Schule bleiben, hat dort einige sehr gute Freundinnen (vielleicht auch evtl. einen Freund, so wie ich es einschätze).
Ansonsten wäre, von meiner Seite aus, gestern ihr letzter Schultag dort gewesen.

Wir wohnen nicht im Einzugsgebiet der Schule und ich mußte mich vor 2 Jahren bemühen die Tochter dort unterzubringen.
Gerade damit sie kein solches Mobbing durchmachen muß.
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skc



Anmeldedatum: 15.05.2007
Beiträge: 6

BeitragVerfasst am: 16.05.2007, 12:02    Titel: Antworten mit Zitat

Update
Soeben ein Rückruf von der Schule, der Schulleiter lehnt ein Gespräch ohne die Viceschulleiterin dabei ab und bietet einen neuen Termin an.

Ich habe darauf verzichtet und werde nun den Gang zum Anwalt tun müssen. Leider.
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Doris Carnap
Moderatorin


Anmeldedatum: 18.01.2006
Beiträge: 803
Bundesland: Hessen

BeitragVerfasst am: 17.05.2007, 09:13    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo skc,

deine Entscheidung den Gesprächstermin abzusagen, weil der Schulleiter noch jemanden dabei haben will, erscheint mir nicht sinnvoll. Bei kritischen Gesprächen wirst du es häufig erleben, dass du mehreren Personen gegenüber sitzt, besser ist es zu überlegen, ob du gleich auch eine zweite Person mitnimmst. Das hängt von deinem Temperament und deiner Erfahrung mit gelingender Kommunikation ab. Gleich zu Warnung: weder Lehrer noch Schulleiter sind bis jetzt besonders darin geübt mit Kritik umzugehen, das Gespräch kann schnell eskalieren und die Fronten verhärten sich. Das ist bei dir wohl schon der Fall. Hier ein Leitfaden für ein Schüler-Lehrer Eltern Gespräch das einmal jährlich stattfinden sollte. http://eltern.bildung-rp.de/fileadm....en/Leitfaden_LSEG-pdf.pdf Besser ist es sich die Argumentation von Schulseite anzuhören, um dann zielgerichtet dagegen vorzugehen, eventuell gegen den Entscheid Widerspruch einzulegen. Es kann im Gespräch sinnvoll sein, dass man den Widerspruch ankündigt. Wie groß ist das Risoko, dass deine Tochte nicht versetzt wird? Oder geht es dir in dem Gespräch um die Empfehlung für die weiterführende Schule?

Wenn man Kinder in der Schule hat, ist es häufig so, dass man mit großer Sorge feststellen muss, wie wenig sich geändert hat, seitdem man selbst die Schule verlassen hat.

Was du aus deiner Schulzeit beschreibst und bei deiner Tochter wieder beobachtest, kommt sicher öfter vor. Von diesem Gerede sind aber auch andere betroffen. Manche Lehrer machen jungenfeindliche, manche mädchenfeindliche, andere ausländerfeindliche Aussagen. Lehrer, die vor der Klasse den Alleinunterhalter spielen, geraten leicht in die Versuchung Witze auf Kosten anderer zu machen. Werden sie deswegen von Eltern kritisiert, dann ist die Antwort oft: ? Das habe ich nicht gesagt.? oder ?gemeint? oder ?Ihr Kind ist einfach zu empfindlich!? Somit wird vom eigenen Verhalten abgelenkt, ohne dass auch nur ansatzweise versucht wird das Problem des Kindes zu lösen. ?Beschämung ? ein deutscher Komplex? heißt ein Artikel von Reinhard Kahl in der Zeit:
Zitat:


?Ich bin immer wieder über die Demütigung der Kinder im Unterricht entsetzt?, sagt Wolfgang Edelstein, emeritierte Direktor am Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung. Sein Sohn Benjamin war als Gastschüler in den USA. Dort waren Lehrer nachmittags für fachliche und persönliche Fragen der Schüler ansprechbar. In Deutschland zurück, geht sein Sohn der Gewohnheit folgend zum Lehrer und fragt ihn. Dessen Antwort: ?Ich werde nicht dafür bezahlt, dir privat Auskunft zu geben?. ?Unmöglich?, erregt sich der Vater, über diesen deutschen Kälteschock. ?In den USA hatte Benjamin richtige Lehrer erlebt. Hier kriegt er was auf die Schnauze.?[...]

"Baumert ist auch Gastprofessor an der Universität Fribourg in der Schweiz. Einmal hatte er Videos vom deutschen Matheunterricht mitgenommen. Die Studenten stöhnten nach kurzer Zeit, was sie da sähen, sei ja unglaublich. Baumert verstand erst nicht, was sie damit meinten. ?Na, der Umgangston, ? sagten sie, ?dauernd kränkende Bemerkungen von den Lehrern.? Die Schweizer Studenten machten den deutschen Professor hellhörig für die ?kleinen Abfertigungen? von der Art: ?Schon wieder der Fehler!? ?Habe ich das nicht schon viermal gesagt?? Oder auch: ?Ach komm schon, das weißt du doch.? Neben Demütigungen beherrschten ?Anmache und Anbiedern? den Unterricht. Der Ton sei durchweg wenig respektvoll. ?Abwertend und distanzlos?, urteilten die Schweizer Studenten.

?Und auf beides?, weiß Baumert, ?reagieren Schüler enorm sensibel?. Viele ziehen sich zurück, andere gehen in Opposition und manche versuchen, sich vor Verletzungen durch Gefallsucht zu schützen. Wieder andere, deren Wunden zwar gut vernarbt sind, die Person aber mit gefühllosen Zonen überzogen haben, sagen am Ende: ?Geschadet hat es uns nicht.? Und da kommt da nun so ein Muñoz aus Costa Rica und will uns sagen, wo es lang geht. Ist doch beschämend. http://www.zeit.de/online/2007/13/bildungskolumne-munoz?page=all?


In skandinavischen Schulen ist es das Ziel Kinder nicht zu beschämen! Das wäre ein schönes Motto auch für unsere Schulen!

Notenmäßig beschreibst du eine typisch deutsche Schullaufbahn! Auf der weiterführenden Schule geht es bei den meisten Schülern notenmäßig bergab. Außerdem haben Lehrer sehr häufig gar keine Vorstellung davon, wie man Kinder motiviert und manchmal noch nicht mal genügend ?gesunden Menschenverstand? um festzustellen, dass sie mit ihrem Verhalten das genaue Gegenteil erreichen. In der Schule zählt häufig nicht, was man wirklich kann, sondern dass man weiß, was jeder einzelne Lehrer von einem Schüler erwartet.

Zur schlechten mündlichen Note deiner Tochter: Die ?sonstige Mitarbeit? in der Schule wird manchmal auf die mündliche Mitarbeit reduziert. Das ist voe allem dann empörend, wenn die angeblich mangelhafte mündliche Note die Gesamtnoten negativ beeinflusst. Ich zitiere hier aus der Schulordnung für Rheinland Pfalz, damit kannst du gezielt nachfragen und auch argumentieren:

Zitat:
§45 Grundlagen der Leistungsfeststellung und Leistungsbeurteilung
(2) Bei der Leistungsfeststellung und der Leistungsbeurteilung ist nach Eigenart des Faches eine Vielfalt von mündlichen, schriftlichen und praktischen Arbeitsformen zugrunde zu legen, wie Beiträge zum Unterrichtsgespräch, Diskussionsbeiträge, mündlicher Vortrag, mündliche Überprüfung, Hausaufgaben, mündliches und schriftliches Abfragen der Hausaufgaben, Unterrichtsprotokolle, schriftliche Überprüfung (§ 47 Abs. 2), schriftliche Ausarbeitungen zur Übung und zur Sicherung der Ergebnisse einzelner Unterrichtsstunden. Klassenarbeiten, Kursarbeiten und praktische Übungen im künstlerisch-musischen und technischen Bereich sowie im Sport. Alle zur Leistungsfeststellung herangezogenen Arbeitsformen müssen im Unterricht geübt worden sein.
(3) Die Leistungsbeurteilung erfolgt punktuell oder epochal. Die Anzahl der Leistungsbeurteilungen kann bei den einzelnen Schülern verschieden sein. http://rlp.juris.de/rlp/SchulO_RP_rahmen.htm

Die Frage ist also berechtigt, wie sich die Note zusammensetzt. Zur mündlichen Mitarbeit: Untersuchungen (z.B DESI http://www.emgs.de/forum-emgs/viewt....?t=262&highlight=desi ) haben gezeigt, dass pro Unterrichtsstunde alle Schüler einer Klasse zusammen durchschnittlich elf Minuten sprechen ?dürfen?. Wenn du das durch die Anzahl der Schüler in der Klasse teilst, bleibt für den einzelnen Schüler nur wenig Zeit, aber davon sind viele Schüler betroffen und nicht nur deine Tochter.
Zitat:
ZEIT: Aber Schüler kommen kaum zu Wort, wie Ihre Videostudien vom Englischunterricht zeigen.

Helmke: Im Durchschnitt nur ganze elf Minuten pro Schulstunde! Bei 20 Schülern in der Klasse ist das keine halbe Minute für jeden. Die Hälfte der Zeit spricht der Lehrer, der Rest geht für Übergänge, Stillarbeit oder Wartezeit drauf. Die Lehrer nehmen das allerdings ganz anders wahr. und Schüler etwa http://zeus.zeit.de/text/2006/11/C-DesiInterview


Meine Empfehlung, halte erst mal den Dienstweg ein, wie er hier beschrieben wird: http://eltern.bildung-rp.de/ansprec....ragen-im-schulalltag.html

Doris
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"Das Geheimnis der Erziehungskunst ist der Respekt vor dem Schüler." Ralph Waldo Emerson
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Doris Schmitt



Anmeldedatum: 16.09.2006
Beiträge: 20

BeitragVerfasst am: 17.05.2007, 09:35    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

die Sache mit dem Hinweis auf das "Deutschsprechen" ist gerade in eurem Fall sehr bedauerlich. Denn wer sich so gut ausdrücken kann in einer "fremden" Sprache, der hat den Spagat zwischen der Muttersprache und der "Heimatsprache" geschafft. Dabei ist es doch auch wichtig, dass man auch seine Herkunftssprache weiter pflegt und möglichst viele Sprachen sind von großer Wichtigkeit - gerade in der heutigen Zeit.

Auch wenn man als ausländischer Mitbürger hier geboren ist, ist das keineswegs selbstverständlich, dass man gut Deutsch kann. Deshalb wird dann halt verallgemeinert, sprechen ausländische Mitbürger auch ihre Muttersprache im privaten Bereich. So kommt man zum Schluss: Die reden zu Hause ihre Sprache - das ist ja nicht gut, dann kann das Kind ja nicht gut in Deutsch sein.

So unterliegen also auch Lehrer, denen man mehr Differenzierungsfähigkeit unterstellen sollte, solchen Verallgemeinerungen. Nur sollte man das nicht auch noch so offen sagen.

Wenn ich mir da so einige Eltern von ausländischen Klassenkameraden meiner Tochter ansehe, die sind auch hier geboren, können sich aber wirklich nur sehr schleppend auf Deutsch unterhalten. Diese Eltern können sich nicht im Ansatz so gut schriftlich darlegen.

Deshalb erst einmal meine Hochachtung.

Was deiner Tochter geschieht, ist wirklich sehr schlimm und es sollte ganz klar dagegen vorgegangen werden.

Ich kann verstehen, wenn man ab einem bestimmten Zeitpunkt nicht mehr ohne Anwalt mit der Schule reden möchte - es ist doch aber schlimm, dass so etwas nötig ist.

Ist diesen Lehrern eigentlich schon einmal in den Sinn gekommen, dass sie das Kind völlig einschüchtern und verunsichern? Wie sollte sie sich denn überhaupt trauen, etwas zu sagen, wenn ihr so viel Antipatie entgegen gebracht wird?


Sucht euch schleunigst eine andere Realschule, das Kind leidet sonst noch mehr.

Meine Tochter ist Mobbingopfer - aber von Mitschülern (kann man unter Mobing durch Schüler lesen), aber helfen, eingreifen, bestrafen der Täter durch die Schule - Fehlanzeige.


Die Namensgebung einer Schule ist im übrigen meist nur kosmetischer Natur und hat leider nur in seltenen Fällen etwas mit der Art und Weise zu tun, wie die Menschen dort miteinander umgehen.

Ich wohne auch in RLP.

Als ich mich mal an anderen Realschulen erkundigte, wie denn dort mit Mobbing umgegangen wird, wurde mir an einer Realschule, deren Namensgeber die Geschwister Scholl sind gesagt: Naja, Kabbeleien gibt es überall, Mobbing wird schon gesagt, wenn jemand schief angesehen wird.

Wer die Geschichte der Geschwister Scholl kennt, weiß, dass diese so etwas nicht toleriert hätten.

Gibt es nicht in Mainz noch eine Maria-Ward Schule? Die hat in einer Nachbarstadt hier auch eine Realschule und von einer Kollegin weiß ich, dass man dort sehr darauf achtet, wie alle miteinander umgehen.

Ich wünsche deiner Tochter viel Glück und vor allem Kraft.

Meine Tochter hat alles gelesen und findet das sehr gemein, wie sich die Lehrer verhalten. Sag deiner Tochter, andere finden das ebenso ungerecht.

Doris
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skc



Anmeldedatum: 15.05.2007
Beiträge: 6

BeitragVerfasst am: 17.05.2007, 16:57    Titel: Antworten mit Zitat

Herzlichen Dank Doris C. und Doris S. für die umfangreichen Antworten, Empfehlungen und Hinweise. Das Zitat aus der Schulordnung für Rheinland-Pfalz wird meiner Tochter in diesem Konflikt bestimmt sehr hilfreich sein.
Wir sind wirklich sehr erfreut und dankbar über die Art der Kommentare und den darin erkennbaren Zuspruch. Danke.


Ich muß zugeben, als ich dieses Forum fand, war ich verunsichert, wie auf mein Anliegen reagiert würde, bzw. ob es überhaupt zur Kenntnis genommen wird. Es ist ein sehr empfindliches Thema; ich bin fest davon überzeugt, einige (wenn nicht gar viele) haben Kinder, die von ausländischen Mitschülern gemobbt werden.
An die Eltern solcher Kinder: Vielen, vielen Dank, daß Sie differenzieren und meine Aussagen bis jetzt nicht in Frage gestellt oder abgewertet haben.



Nach dieser Erfahrung werde ich nun meinen Standpunkt, die Hintergründe meines Vorgehens und die Ziele, die ich verfolge, offen darlegen. Es wird ein langer Text, bitte um Nachsicht, wenn ich stellenweise etwas ?weiter aushole?. Ich halte es für wichtig, damit sich evtl. interessierte Leser ein Gesamtbild schaffen können.

Da ich als Kind genau dasselbe Problem hatte, kann ich mich sehr gut in die Lage meiner Tochter versetzen.

Nun ganz offen: Ich bin fest davon überzeugt, daß viele Lehrer nach folgender Doktrin handeln (umgangssprachlich), mein Standpunkt:

"Die Ausländer sind hier um zu arbeiten, richtig zu arbeiten, nur zu arbeiten. Viel und unterbezahlt."

Dabei wird nicht differenziert, ob sich jemand integrieren möchte, bzw. wie in unserem Fall, integriert ist. Meine Tochter ist die 3. Generation, wir sind katholisch und stammen aus einem europäischen Land her.

Nachdem ich vom besagten Willigis-Gymnasium zutiefst demotiviert in der 10. Klasse von der Schule verwiesen wurde (ohne Abschluß, bzw. mit Hauptschulabschluß), mußte ich "ganz unten" anfangen (Willigis = Eliteschule, Mitschüler waren z.B. der Sohn von einem Rhl.-Pflz. Minister, Sohn des damaligen Chefchirurgen der Mainzer Uni-Klinik und sonstige, die nie den Beruf ihrer Eltern bekannt gaben, außer diese seien politisch aktiv).

Vor diesem Hintergrund mußte ich während einer "einfachen" Berufsausbildung Zusatzfächer wie Englisch u. Deutsch belegen, um überhaupt den Realschulabschluß zu erlangen. Nach den Aussagen einiger Lehrer, vollkommen überqualifiziert. (Es gibt auch nette Menschen.)

Jedenfalls, bis zum Diplom fast immer gegen Hindernisse, über die ich ein langes Buch verfassen könnte. Glauben Sie mir aufs Wort, da hielte kein Film mit.

Etwas Wichtiges hat sich jedoch verändert: Ich habe aus den Erfahrungen auf dem Willigis-Gymnasium gelernt. Ich habe begriffen, wie mein Umfeld in Wirklichkeit ist und mit welchen Methoden es mich zu Fall gebracht hat.
Also erlangte ich nach einem riesigen Spagat zwischen dem Erhalt eines Mindestgrads an menschlicher Würde und des scheinbar mangelnden Sachverstands für Ehr-/Gerechtigkeitsgefühl den so heiß begehrten Hochschulabschluß. Dipl.-Ing. Note 1.

Ich hatte es geschafft! Jedoch ein kleines Problem: Den Spagat zahlt mir mein Körper zurück. Die Ärzte sagen ich sei krank (vegetative Dysfunktion, somatisierende Depression, schwerste Herzrythmusstörungen ohne physiologische Herzerkrankung, stressbedingt).

Das zu meinem Standpunkt und ein kleiner Einblick in die Hintergründe, wie sich dieser gebildet hat. Man könnte diesen Standpunkt mit Vorurteilen gleichsetzen.



Nun zurück zum eigentlichen Thema, zu meiner Tochter, der ich alles ersparen wollte:

Bereits in der Grundschule wurde deutlich, o.g. Doktrin hat weiter Bestand. Ich fasse alles kurz zusammen. Bis zur 4. Klasse gab es keine nennenswerten Probleme. Im 1. Halbjahr der entscheidenden 4. Klasse (Empfehlung weiterführende Schule) verschlechtern sich die Leistungen der Tochter rapide. Aha. Also da wären wir mal wieder. Natürlich.

Die Klassenlehrerin erzählt mir arrogant und hochnäsig, für meine Tochter käme nur die ortsnahe Haupt-/Gesamtschule in Frage (Problemschule).

Ich befasste mich ausführlich mit dem Zustandekommen der schlechten Noten.
Bsp.: In einer Klassenarbeit hatte sich besagte Dame in den Punkten verzählt, sonst wäre die Note viel besser. Und nach über 3 Jahren nun plötzlich dieses ach so miese Mitarbeit. Auf Nachfrage: Auch wenn Sie sich verzählt, könne Sie keine Note abändern. Mitarbeitsnoten berechtigt. Natürlich.

Ich verstehe. Natürlich. Ich verstehe mehr als Sie in Ihrer grenzenlosen Arroganz ahnt.

Termin Schulleiterin. Nette, verständnisvolle Dame. Sie erkennt die Motive der Klassenlehrerin. Es wird keine Empfehlung für besagte Hauptschule ausgesprochen. Ich konnte das Kind auf eine, meiner damaligen Ansicht nach, gute Realschule geben. Die Anne-Frank-Realschule in Mainz.

Fünfte Klasse. Keine nennenswerten Probleme oder Auffälligkeiten. Schönes Jahreszeugnis. Meine Frau nimmt an Elternabenden teil, an Klassenfeiern etc. etc.
Ich halte mich zurück, bespreche gelegentlich mit der Tochter ihre Leistungen, belohne sie bei guten Noten, mache keine Weltuntergangstimmung bei Ausrutschern. ?Ach komm, Kind, die nächste Note wird besser. Das passiert jedem. Wir setzen uns mal zeitnah zusammen und bereiten dich gemeinsam auf die Arbeit vor.?

Sechste Klasse. Liebe Leser, muß ich die Analogie zur vierten Klasse schildern? Es naht das Ende der Orientierungsstufe. Die Doktrin greift.

Meine Sicht der Dinge: Es gibt vier 6. Klassen an besagter Schule. Vier große Klassen. Nun muß die Doktrin her. Schüler müssen weg.

Ich verhalte mich ruhig, warte ab, was passiert. Ich hoffe eine anständige Schule gewählt zu haben. Bis dahin wurde ich in der Wahl bestätigt.

Vor dem Halbjahreszeugnis wurden endlich Mitarbeitsnoten bekannt gegeben. Das Kind kommt erstmals verweint aus der Schule.

Englisch. Schriftlich 2x 3, Mitarbeit 5. Ich vertröste sie und warte weiter ab.
Physik. Schriftlich 3-, 2+ Mitarbeitsnoten nicht bekannt gegeben, aber eine 4 im Halbjahreszeugnis.
...
Biologie... Jahreszeugnis Klasse 5 hat sie eine 2, nun abgerutscht, Mitarbeit 4er
Erkunde... Mitarbeit 4, abgeändert auf 3 nach Protest von Mitschülern (später abgestritten)

Sie liest gerne, nimmt freiwillig am Leseclub in der Schule teil. Ihre Hausaufgaben erledigt sie gewissenhaft.

Sie weint und weint und weint. Ich muß reagieren.

Die Klassenlehrerin bekommt einen langen Brief, mir die Notengebung schriftlich zu begründen. Ich könne es (angeblich) nicht nachvollziehen. Gehen wir es an.

Nichts, Angebot mal in irgendeiner Pause vorbeizukommen und das zu besprechen. Lächerlich. Ich kenne das Spiel.

Das Kind kommt weiter verweint nach Hause. Wird auch im Unterricht gemobbt.

Die Klassenlehrerin fragt sie verwundert, wie ihr Vater einen derartigen Brief auf Deutsch verfassen kann.

Ignoranz, wenn sie sich meldet, jede Unaufmerksamkeit wird geahndet. Es wird versucht durch mehrmaliges Betonen ihrer angeblich schlechten Mitarbeit vor der Klasse sie auszugrenzen. ?Kind, schau doch wie diese es macht! Mach es wie jene!?
Sie fängt an, an sich zu zweifeln. Ich tröste und motiviere sie weiter, aktiv mitzumachen und warte nun weiter ab.

Leute, spielt das Spiel, ich komme zum Zug.

Nun soll sie die Eltern auffordern daheim deutsch zu sprechen, nun soll ihr ihr Vater eine CD zum Buch kaufen, er sei ja Ingenieur und könne sich dies leisten, nun...

Ich warte ab. Leute ich kenne das Spiel. Mein Zug kommt.

23.04.2007 ?Blauer Brief?
Ich zitiere:

?Sehr geehrte Eltern,

gemäß § 65 der Schulordnung teilen wir Ihnen mit, dass die Leistungen Ihrer Tochter im zweiten Schulhalbjahr in den nachstehend angekreuzten Fächern unter ausreichend abgesunken sind:

Deutsch

Auf eine mögliche Gefährdung der Versetzung ... machen wir Sie vorsorglich aufmerksam.

Darüber hinaus bitten wir Sie... schriftlich diejenigen Umstände (... Entwicklungsstörungen, etc.) mitzuteilen...?

Bitte? Deutsch? Moment, schwache 4 Halbjahreszeugnis (?Mitarbeit? und Ausrutscher Diktat), danach 4+ (Aufsatz, hm) und 2 (Gedicht), eine 3 (Diktat) folgte kurz nach diesem Schreiben.

Aha. Natürlich. Natürlich. Jetzt muß ich ziehen.

Ich bitte um einen Termin bei der stellvertretenden Schulleiterin (zuständig für die niederen Klassen) und denke, daß werden wir sachlich klären.
Dame lehnt den Termin ab und verweist auf die Lehrer. Ich sehe meine Pflicht mit dem unbeantworteten Schreiben an die Klassenlehrerin als erfüllt an. Die Situation lässt mir keine Hoffnung, das Problem an der untersten Ebene zu lösen.

Mir kommen erste große Zweifel, Hilfe von der Schulleitung zu erhalten, als ich mit besagter Dame telefoniere. Arroganz, grenzenlose Arroganz. Wir können uns jedoch einigen, sich beide mit besagten Lehrern zusammenzusetzen.
Mir ist bereits klar, das wird 1 gegen 4.

Frau SS stellvertretende Schulleiterin
Frau AB Klassenlehrerin, Deutsch, Englisch
Frau UV Biologie, Erdkunde (mit Frau AB eng befreundet)
Herr XW Physik

Ich weiß, sie werden keine Eingeständnisse machen. Ich weiß, sie werden lügen. Ich weiß, sie werden meine (augenscheinlich) mangelhafte Mitarbeit hochspielen. Kenne das vom Willigis. Gleiche mentale Ebene. Doktrin greift.

Also was nützt ein Versuch, ein sachliches Gespräch zu führen? Ich verliere. Wenn ich höflich mit dem Kopf nicke, beenden wir das Gespräch lächelnd und ich habe verloren. Doktrin.
Bereits am Telefon war deutlich, daß ich nicht als ?mündiger? Gesprächspartner gelte. Kleiner, blöder Kanack! Er will mir was erzählen! Er will sich auf meiner persönlichen Spielwiese über meine Regeln hinwegsetzen! Er besteht auf etwas! Unglaublich!


Ich denke meinen Standpunkt und die Hintergründe habe ich nun erläutert. Also zum Ziel.

Mir ist meine Tochter und ihr Wohl an erster Stelle. Das Gespräch 1 gegen 4 wird eine Farse, ich muß es nutzen, um zu sehen, wie meine Tochter sich gegenüber den Lehrern verhält. Ich will wissen, ob sie Angst hat. Meinen Schein in ABO-Psychologie habe ich gemacht, also beobachten und schlussfolgern. Wenn sich meine Verdachte bestätigen, muß sie in Behandlung und ich muß entschieden reagieren. Ebenso muß ich herausfinden, wer Drahtzieher und welche Mitläufer ist/sind.

Hergang:
Ich bitte die Tochter zum besagten Termin an Ort zu sein, unter dem Vorwand ich würde sie nach dem Gespräch nach Hause fahren.

Die Lehrerschaft erscheint nach und nach im Gang. Herr XW wirkt nett. Restliche Damen diplomatisch aufgeblasen. Alles klar.

Wir betreten den Gesprächsraum (Frau SS nach kurzem Auftritt wieder weg), ich weise meine Tochter entgegen den Erwartungen aller mit in den Raum zu kommen.
Entsetzen bei den Damen. Sie solle draußen warten. Nein. Sie solle draußen warten! Nein.

Sie finden sich damit ab und warten auf die stellvertretende Schulleiterin. Nachdem diese erscheint fühlen sie sich bestärkt und wollen meine Tochter wieder aus dem Raum verweisen. Nein. Es gäbe Regeln nach denen sie nicht teilnehmen dürfe. Nein. Sie solle zum Wohle des Kindes den Raum verlassen. Nein. Frau UV ist bereits am Zittern über meine Arroganz und den mangelnden Respekt. Sie kann kaum sitzen. Ich weise sie darauf hin, sie könne gehen, denn ich wollte sowieso nur mit der stellvertretenden Schulleiterin (nachfolgend SS) sprechen und läge keinen Wert auf ihre Anwesenheit. Frau SS greift erneut energisch ein, ich drohe zusammen mit der Tochter den Raum zu verlassen. Sie gibt nach (schreibt aber Protokoll).

Ich ziehe meine Schlüsse: Herr XW ist ein netter Mensch, gehört wahrscheinlich nicht zur Mobbingclique. Frau AB, die Klassenlehrerin ist ganz gerissen, läßt sich nicht aus der Ruhe bringen, Frau UV hält keinen Druck aus. Frau SS wird nicht moderieren, sie hat Partei ergriffen.

Herr XW scheint mir das schwächste Glied zu sein (nicht abwertend gemeint, ganz im Gegenteil), ich fange mit ihm an, konfrontiere ihn mit den schriftlichen Noten und möchte eine Erklärung für die 4 im HJZ.
Ich sehe ihm an, daß er keine Erklärung bieten kann. Frau SS und Frau UV merken dies sofort und springen ein ich würde gegen alle Regeln verstoßen. So könne ich nicht mit dem Herren umgehen. (weiter Protokoll führend).
Ich rechne ihm vor, es seien 2 5er in Mitarbeit nötig, aus diesen schriftlichen Noten eine 4 zu machen. Da die Noten nicht bekannt gegeben wurden, auf Nachfrage meiner Tochter nach dem Zeugnis sagte er nur ?schlecht?, müßte ich also von 2 5ern ausgehen?
Er bejaht etwas verlegen ?Ja, so wie die Kolleginnen es auch sagen.? Frau SS greift erneut ein, mündliche Noten zählten zu 60% und die schriftlichen nur zu 40%. Aha. Natürlich.
Frau UV ist beinahe nicht mehr zu bremsen.

Ich möchte mit der Klassenlehrerin weitermachen. Ich möchte ihr ihre Gerechtigkeitsmaske vom Gesicht reißen. Frau SS greift ein. Ich solle mich an Frau UV wenden, denn sie müsse bald gehen.

Ich konfrontiere diese mit der nach Mitschülerprotest verbesserten Mitarbeitsnote meiner Tochter. Bio oder Erdkunde fragt sie. Ich tue scheinheilig, ich wüßte es nicht (warte, ob meine Tochter reagiert, nichts). Frau UV schaut bei Bio nach und bestreitet den Vorfall, sie ließe sich nicht von Schülern beeinflussen (schon zitternd). Meine Tochter reagiert wieder nicht. Sie sitzt nur still da.
Frau UV verläßt den Raum ohne Gruß.

Zwischenbilanz: Frau SS moderiert nicht, sondern schreibt ein Protokoll zu meinem Schaden, Frau UV ist Mitläuferin, Herr XW hat nichts mit der Sache zu tun. Ich könnte mir sogar vorstellen, die 4 in Physik beruht auf einem ?Abschreibefehler?.
Für mich steht fest, die Klassenlehrerin ist der Drahtzieher. Zusammen mit der eng befreundeten Frau UV mobbt sie meine Tochter. Die Klassenlehrerin ist höchst gerissen, ?mit allen Wassern gewaschen?, man merkt es deutlich.

Nach einigen Drohungen der Frau SS das Gespräch zu beenden und meinem arroganten ?natürlich? geht es mit der Klassenlehrerin weiter.

Sie steht felsenfest hinter den Mitarbeitsnoten, streitet lächelnd alle Mobbingvorfälle im Unterricht ab. Natürlich. Meine Tochter reagiert nicht, sitzt still da. Ich weiß nun, sie hat Angst, obwohl ich dabei bin. Sie hat einfach Angst vor diesen Damen und kein Selbstvertrauen, wenn diese im Raum sind.

Nach einigen zynischen Bemerkungen und dem Hinweis meinerseits, daß ich zwar alles verstehe, aber es sei dahingestellt, ob ich es auch glaube, beende ich das ?Gespräch? mit der Frage an meine Tochter: ?K. bist du wirklich so schlecht, wie hier von deinen Lehrerinnen dargestellt??
Sie zögert etwas, macht eine verneinende Kopfbewegung und sag leise ?Ja... ich denke... ja.?
!!!!!!!!!!!
Frau SS versucht etwas zu schlichten und wendet sich an das Kind, sie solle sich mehr bemühen, wir sollten die Vergangenheit hinter uns lassen und in die Zukunft blicken...
Ich beende mit ?Meine Damen und Herren, gehaben Sie sich wohl!?

Kaum draussen, fängt das Kind an zu reden, beinahe ohne Luft zu holen ?Sie lügen, sie lügen, Frau UV weiß genau das und das, Frau AB weiß genau das und das, Frau AB weiß genau das und das...?

Ich tröste sie und fragte sie nicht, warum sie auch im Gespräch nicht so aufgetreten ist. Mir erging es genauso auf dem Willigis, ich konnte nichts sagen, habe im Gespräch nur geweint, damals. Sie muß in psychologische Behandlung.


Am folgenden Schultag hatte sie Unterricht bei allen 3 Lehrern.

Meine Eindrücke haben sich bestätigt.

Der Physiklehrer ist sehr nett auf sie zugegangen, hat mit ihr die weitere Mitarbeit besprochen und ihr ehrlich bessere Noten in Aussicht gestellt. Danke. Als sie mir das erzählt hat, hat sie vor Freude beinahe geweint.

Die Klassenlehrerin (Drahtzieherin) war erfahren unauffällig.

Frau UV hat sie gemobbt. Folgende Schwäche hat sie gleich gegriffen: Meine Tochter war während der letzten Bio-Stunde krank (ärztliches Attest, fehlt ansonsten selten). Achtung: Sie sitzt in der ersten Reihe. Frau UV zieht plötzlich förmlich über sie her, was in der letzten Stunde durchgenommen wurde. Meine Tochter sagt mit leiser Stimme ?Frösche? (war Thema der vorletzten Stunde). Frau UV beugt sich theatralisch mit ihrem Ohr zu meiner Tochter ?Waaaas? Wo ist überhaupt deine Hausaufgabe?...? Andere Kinder auffordernd dem Kind zu zeigen, was sie gemacht hätten.

Sie hatte keine Gelegenheit sich bei Mitschülern darüber zu informieren. An dem ?Gesprächstag? hat sie von mir einen schönen schulfreien Nachmittag geschenkt bekommen. Wir haben ihre Oma besucht, sie hat mit Freundinnen gespielt. Punkt.

Ich wiederhole, Bio Jahreszeugnis Klasse 5: gut

Frau UV hat es nicht begriffen. Frau AB ?mit allen Wassern gewaschen?. Frau SS kommt erst jetzt ?richtig in Fahrt?.

Von meiner Seite aus wäre der ?Gesprächstag? ihr letzter Schultag dort gewesen, sie hängt aber sehr an ihren Freundinnen und lebt sich nur schwer in eine neue Umgebung ein.

Zu einem sachlichen Gespräch mit dem Schulleiter ohne Arroganz-Damen wird es nicht kommen. Ich werde kämpfen.

Danke an alle, die den Text gelesen haben und unsere Lage hoffentlich verstehen.
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Doris Schmitt



Anmeldedatum: 16.09.2006
Beiträge: 20

BeitragVerfasst am: 17.05.2007, 19:22    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

wieso kommen mir diese Schilderungen so bekannt vor?

Es ging zwar nicht um Noten, sondern um das Verhalten meiner Tochter.

Wir besuchten eine GS, die m.E. höchst sonderbare Methoden hat.

Kinder, die nicht ins Shema passen, versucht man auszusondern. Meine Tochter hat ADS, wurde schon in der GS gemobbt und die Lehrer förderten dies.

Aber die Story kann man hier unter Erfahrungsberichte lesen (wie man Eltern und Kindern das Leben zur Hölle machen kann).

Es ist bezeichnend, dass in vielen Fällen Lehrer nur so lange mit den üblichen Gepflogenheiten des normalen menschlichen Umgangs einverstanden sind, wie es für sie gut ist.

Aber bohrt man weiter, dann ist alles ungerecht, Begründung oder Erklärung will man nicht geben. Vor allem ist oft durchgehend, dass einige die Flucht ergreifen, wenn es ihnen zu heiß wird.

Ich finde das Bestehen auf der Teilnahme des Kindes beim Gespräch wirklich super, denn es geht um das Kind. Es gibt m.W. keine Regelung, die besagt, dass Kinder an solchen Gesprächen nicht teilnehmen dürfen/sollen.

Die Ignoranz der Lehrer hat in diesem Fall nur in geringem Teil mit der Nationalität zu tun. Diese Ignoranz ist auch gegenüber uns an den Tag gelegt worden.

Bei mir müssten die Lehrer schon alleine von meiner Stellung her wissen, dass ich zum Einen sicher Deutsche bin und zum Zweiten einen hohen Bildungsstandard habe.

Ich bin nämlich Beamtin geh. nt. Dienst. Das bedeutet, dass ich Abi habe und ein FH-Studium für öffentliche Verwaltung bestanden habe.

Im Gegensatz zu vielen anderen Eltern, weiß ich um die Gesetze und kann diese sogar interpretieren. Wo ich mir nicht sicher bin, kann ich meinen Chef fragen, der ist Jurist und leidgeprüfter Vater mit genau den gleichen Erfahrungen. Seine Stellung (Referatsleiter für 70 Mitarbeiter - A16) und sein Gehalt ist per se höher als die der Lehrer( außer dem Direktor, der hat das gleiche Gehalt). Aber dennoch eine Behandlung als wäre man grenzdebil.

Auch die Übermacht gegen die Eltern ist so oft zu hören. Da will man einschüchtern, in die Enge treiben und klar machen, dass es gar keine Chance gibt.

Mich wundert, dass man Protokoll führte. Bei mir war der Konrektor ziemlich verschnupft, weil wir Gedächtnisprotokolle führten. Das sei nicht üblich in der pädagogischen Arbeit.

Klar, denn ansonsten würde man ja verbindlich dokumentieren, wie weit man teilweise von den Vorgaben entfernt arbeitet. Denn die Vorgaben kennen ja zum Glück die wenigsten Eltern.

Wir haben, als es uns zu bunt wurde in Klasse 6 die Schulaufsicht eingeschaltet.

Danach war Ruhe.

Die Dame nahm an einer Sitzung teil und die "Fehler", die der stellvertretende Rektor machte, waren unbeschreiblich. Er wiederholte vieles, was ihm schon Rüffel einbrachte.

Mich machen solche Vorfälle immer so wütend.

Ich kann nur raten, nie alleine zu Gesprächen zu gehen, in vielen Fällen wären Anwälte die besten Begleiter.

Ich wünsche viel Glück.

Mir ist die Nationalität eines Menschen übrigens immer egal. Ich beurteile Menschen danach, ob sie freundlich und anständig sind.

Die Mobber in der Klasse meiner Tochter sind übrigens Deutsche, einer davon Aussiedler.

Nur der Kerl vom Schulhof ist türk. Abstammung.

Doris
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Momo86
Stammposter


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Beiträge: 265

BeitragVerfasst am: 18.05.2007, 07:45    Titel: Antworten mit Zitat

skc, du machst es richtig, alles genau zu dokumentieren - und ab jetzt hoffentlich NIE MEHR ohne Zeugen zu einem Gespräch zu gehen.

Bei uns hat die Gesamtsituation zur Schulunfähigkeit unseres damals 11jähigen Sohnes geführt. Er war fast 1 Jahr nicht im Unterricht.

Inzwischen besucht er ein auswärtiges Gymnasium (mit Taxitransport dorthin) und ICH erhalte bei JEDEM Gespräch Unterstützung und Begleitung (bzw. ZEUGEN) entweder durch einen beauftragten Sonderpädagogen (wunderbarer Mensch) oder durch einen beauftragten Sozialpädagogen (ebenfalls wunderbarer Mensch).

Seitdem werde ich nicht mehr angelogen - bzw. sie versuchen es mal...- aber dann greifen die Profis ein und verweisen auf das, was zuvor im gémeinsamen Gespräch vereinbart wurde....

LG Momo
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Petra Litzenburger



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Beiträge: 669
Bundesland: Saarland

BeitragVerfasst am: 18.05.2007, 09:22    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
mündliche Noten zählten zu 60% und die schriftlichen nur zu 40%.



Ach ja. Und wo steht das bitte?


Auszug aus der

Schulordnung für die öffentlichen Hauptschulen, Regionalen Schulen,
Dualen Oberschulen, Realschulen, Integrierten Gesamtschulen, Gymnasien, Kollegs und Abendgymnasien
(Übergreifende Schulordnung)

Vom 14. Mai 1989*
* GVBl. S. 129

Fundstelle: GVBl 1989, S. 129
Zuletzt geändert durch Verordnung vom 14.6.2006, GVBl. 2006, S. 240:

Zitat:
§ 56
Festsetzung der Zeugnisnoten
(1) Die Zeugnisnote eines Faches wird von dem zuständigen Fachlehrer festgesetzt. Der Fachlehrer hat seine Beurteilungsgrundlagen auf Verlangen dem Schulleiter offenzulegen. Der Schulleiter achtet im Rahmen der Dienstordnung auf die Koordination der Notengebung.

(2) Zur Festsetzung der Zeugnisnote eines Faches, in dem mehrere Klassenarbeiten geschrieben worden sind, wird eine Gesamtnote für Klassenarbeiten und eine Gesamtnote für andere Leistungsnachweise gebildet. Die Gesamtnote soll durch eine hinreichende Zahl von Einzelnoten begründet sein. Die Gesamtnote muß nicht der rechnerische Durchschnitt der Einzelnoten sein. Einzelnoten können verschieden gewichtet werden, wenn dies durch den Schwierigkeitsgrad oder den Umfang der überprüften Leistung begründet ist. Die Zeugnisnote ist der rechnerische Durchschnitt der Gesamtnote für Klassenarbeiten und der Gesamtnote für andere Leistungsnachweise; ergibt der Durchschnitt einen Bruchwert, ist er unter Berücksichtigung der Tendenz jeder der beiden Gesamtnoten und des Gesamteindrucks auf- oder abzurunden. Beide Gesamtnoten und die Zeugnisnote werden in die Zeugnisliste aufgenommen.

(3) Ist in einem Fach nur eine Klassenarbeit geschrieben worden, wird die Zeugnisnote aus der Note der Klassenarbeit und der Gesamtnote für andere Leistungsnachweise gebildet. Dabei ist die Note der Klassenarbeit jedoch geringer zu gewichten; im übrigen gilt Absatz 2 Satz 2, 3 und 4 entsprechend. Die Zeugnisnote in Fächern, in denen keine Klassenarbeiten geschrieben worden sind, ist die Gesamtnote der anderen Leistungsnachweise.

(4) Sind nach den Stundentafeln die Leistungen einzelner Fächer zusammenzufassen, ist für diese Fächer eine gemeinsame Zeugnisnote zu bilden. Die zuständigen Fachlehrer legen die Note gemeinsam fest. Die gemeinsame Zeugnisnote muß nicht der rechnerische Durchschnitt der Einzelnoten sein. Dies gilt insbesondere dann, wenn die einzelnen Fächer sich nach Stundenzahl und Gewicht der Leistungsanforderungen unterscheiden.

(5) Absatz 4 gilt entsprechend für die Bildung der Zeugnisnote eines Faches, das in fachliche Teilbereiche aufgeteilt ist.

(6) Die Zeugnisnoten des Jahreszeugnisses werden auf Grund der Leistungen im gesamten Schuljahr unter stärkerer Berücksichtigung der Leistungen im zweiten Schulhalbjahr festgelegt. Bei Schulwechsel sind die Zeugnisnoten des Abgangszeugnisses zu berücksichtigen.

(7) Kann eine Zeugnisnote aus Gründen, die bei dem einzelnen Schüler selbst liegen, nicht erteilt werden, wird im Zeugnis anstelle der Note vermerkt, daß die Leistung nicht feststellbar ist. Die Gründe hierfür sind unter Bemerkungen anzugeben. Stellt die Klassenkonferenz unter Vorsitz des Schulleiters oder seines Vertreters ein schuldhaftes Verhalten, insbesondere Leistungsverweigerung fest, wird das Fach bei der Versetzungsentscheidung wie die Zeugnisnote ,,ungenügend" gewertet. Dies ist im Zeugnis zu vermerken; in die über den Schüler zu führenden Unterlagen ist eine Begründung aufzunehmen.

(8) Bei Fächern, bei denen Epochenunterricht nur im ersten Schulhalbjahr erteilt wurde, ist die Note des Halbjahreszeugnisses in das Jahreszeugnis als Zeugnisnote zu übernehmen.



Zitat:
§ 45
Grundlagen der Leistungsfeststellung und Leistungsbeurteilung
(1) Leistungsfeststellung und Leistungsbeurteilung werden gemäß § 25 Abs. 1 SchulG durch die pädagogische Verantwortung und die Freiheit des Lehrers bestimmt. Schülerleistungen sind als Schritte und Resultate im Lernprozeß zu sehen.

(2) Bei der Leistungsfeststellung und der Leistungsbeurteilung ist nach Eigenart des Faches eine Vielfalt von mündlichen, schriftlichen und praktischen Arbeitsformen zugrunde zu legen, wie Beiträge zum Unterrichtsgespräch, Diskussionsbeiträge, mündlicher Vortrag, mündliche Überprüfung, Hausaufgaben, mündliches und schriftliches Abfragen der Hausaufgaben, Unterrichtsprotokolle, schriftliche Überprüfung (§ 47 Abs. 4), schriftliche Ausarbeitungen zur Übung und zur Sicherung der Ergebnisse einzelner Unterrichtsstunden, Klassenarbeiten, Kursarbeiten und praktische Übungen im künstlerisch-musischen und technischen Bereich sowie im Sport. Alle zur Leistungsfeststellung herangezogenen Arbeitsformen müssen im Unterricht geübt worden sein.

(3) Die Leistungsbeurteilung erfolgt punktuell oder epochal. Die Anzahl der Leistungsbeurteilungen kann bei den einzelnen Schülern verschieden sein.

(4) Die besonderen Belange behinderter Schüler sind zu berücksichtigen, insbesondere sind ihnen die zum Ausgleich ihrer Behinderung erforderlichen Arbeitserleichterungen zu gewähren. Satz 1 kann auch für Schüler mit besonderen Lernstörungen entsprechend angewandt werden. Das Nähere regelt das fachlich zuständige Ministerium.



Petra Litzenburger
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Doris Carnap
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BeitragVerfasst am: 19.05.2007, 11:14    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo skc,

danke für deinen Bericht. Ja auch mir kommt vieles bekannt vor, auch ich habe einiges so erlebt und beobachtet.

Wir sind in Schulen sehr häufig noch weit davon entfernt, als Eltern auf einer Augenhöhe mit manchen Lehrern zu kommunizieren. Nicht weil wir so klein sind, sondern weil sich manche Lehrer ziemlich aufplustern, aus Angst und Unsicherheit. Aber du bist endeutig im Vorteil, verglichen mit den Eltern, die nicht gut Deutsch sprechen, du kannst dich gegen Willkürentscheidungen wehren. Demokratisches Verhalten ist bei vielen Lehrern ein Fremdwort! Nicht umsonst gibt es seit Jahren eine Kampgne der Bund Länder Kommission (BLK) zum Thema "Demokratie lernen & leben": http://www.blk-demokratie.de/sche

In dem Thread "Die Fragwürdigkeit der Zensurengebung" habe ich mich mit der Schwäche der Aussagen von Zensuren befasst: http://www.emgs.de/forum-emgs/viewt....Crdigkeit+zenbsurengebung

Hier noch ein Satz aus dem Schulgesetz von RP:
Zitat:
"Jede Schulart und jede Schule ist der individuellen Förderung der Schülerinnen und Schüler verpflichtet" (§10 (1), Schulgesetz Rheinland- Pfalz, 2004)

Welche Förderung hat deine Tochter erhalten?

Wie willst du weiter vorgehen?

Doris
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skc



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Beiträge: 6

BeitragVerfasst am: 19.05.2007, 20:41    Titel: Antworten mit Zitat

Erneut vielen Dank an alle für die netten Beiträge und Hinweise. Wir haben durch Ihre Hinweise/Fälle bereits eine große Hilfe erfahren. Schade, daß ich nicht bereits vor diesem Gespräch im Internet recherchiert habe; Ihre Erfahrungen wären von unschätzbarem Wert gewesen und bei diesem Gespräch hätte ich einen Anwalt dabei gehabt; wie bereits erwähnt, bereits nach den Telefonaten mit der stellvertretenden Schulleiterin war es offensichtlich, wie sich das alles ?festfahren? würde.

Ich begreife immer noch nicht, wieso die Schule so strikt ein sachliches Gespräch ?unter 4 Augen? zwischen mir und der Frau SS abgelehnt hat. Ebensowenig nun, die Ablehnung meiner Bitte, sich alleine mit dem Schulleiter unterhalten zu wollen.

Ich verstehe vollkommen, daß kein Lehrer seine ?evtl.? Fehler vor/in solch einer Gesprächsgruppe zugeben kann/will. Untereinander kennen/verstehen sich doch alle bestimmt auch mehr oder weniger gut. Die (stellvertretende) Schulleitung hätte nach einem sachlichen Gespräch mit mir eine gute Gelegenheit gehabt, auf kollegialer Ebene die Angelegenheit zu klären (ohne sich gegenseitig zu brüskieren). Ich sage es umgangssprachlich, kleine Kaffeepause, nebenbei: ?Karl, Liese... wieauchimmer, da war doch der Vater dieses Kindes bei mir, komm, bitte denke einmal über die Sache nach. Das scheint mir doch etwas überzogen zu sein...?

Untereinander können die sich bestimmt auf dieser Ebene unterhalten. Aber nein, diese Regeln, diese Vorschriften, die wollen wir doch penibelst einhalten. Man ist ja so sehr im Recht. ?Dem zeigen wir gemeinsam, wo es langgeht!?

Demzufolge ist auch eine weitere Erkenntnis auch dem ?Zwangsgespräch? bezeichnend:
Der ?blaube Brief? (Deutsch) wurde damit begründet, die Lehrerin sei davon ausgegangen, meine Tochter würde in der nächsten Klassenarbeit (Diktat) eine 6 bekommen. Geschrieben hat sie eine 3.
Das muß man sich doch mal sachlich, ohne Emotionen, ?durch den Kopf gehen lassen?!

Ebenso die Formulierungen, sie brächte keinen einzigen vernünftigen Satz auf Deutsch zustande, also würde sie in der 7. Klasse gänzlich versagen. (Erdkunde-/Biolehrerin, die, wie erwähnt, keinen Druck ausgehalten hat und demzufolge die Maske fiel.)

!!! Nun also, die setzten sich doch tatsächlich hin und es wird deutlich, die Problematik beruht auf subjektiven Prognosen (!) der Klassenlehrerin und der eng befreundeten Bio-/Erdkundelehrerin!

Könnte man sich nicht den Klassenbesten ?greifen? und seine Leistungen herunterspielen, mit der Begründung, man gehe davon aus, er würde nie die Integralrechnung beherrschen? Wäre doch genauso lächerlich.

Doris C. soviel zu Deiner Frage zur Förderung meiner Tochter. Es ist deutlich, ?die Lehrerinnen sind sehr bemüht, sie in der 7. Klasse nicht ?überfordern? zu müssen.? Danke für die Nachfrage.

Ansonsten werde ich mich nächste Woche dankbar mit jemandem beraten, der sehr viel mehr Erfahrung auf dem Gebiet hat, wie ich.
Weiterhin habe ich einen Termin bei einem Anwalt für Schulrecht am 23.05.

Auch diese ganze Diskussion ist öffentlich und ich werde die Schule (d.h. alle Beteiligten) bitten, sich hier zu äußern, bzw. mich für meine Aussagen zu belangen.
Hinter meinem Vortrag stehe ich zu 100%
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Petra Litzenburger



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Beiträge: 669
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BeitragVerfasst am: 23.05.2007, 21:01    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo SKC,

wie war denn der Termin beim Anwalt?

Liebe Grüsse

Petra Litzenburger


P. S. Den Bericht können wir gerne in die Schullisten aufnehmen.
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Doris Carnap
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BeitragVerfasst am: 26.05.2007, 10:13    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo skc

Zitat:
...Klassenlehrerin zu Tochter vor einigen Monaten: "Wie unterhaltet ihr euch daheim?" ..."soundso"... "Deutsch müßt ihr sprechen!"


So ein Quatsch! Die Kinder lernen eine Sprache viel schneller als ihre Eltern und sprechen sie grundsätzlich auch besser als ihre Eltern. Und wie du richtig beobachtest, spricht deine Tochter deutsch so gut wie ihre Freundinnen mit Deutsch als Muttersprache. Das ist wirklich ein Denkfehler vieler Lehrer, dass man eine Sprache nur lernen kann, wenn man sie zu Hause auch spricht. Wie könnte man sonst mit Deutsch als Muttersprache andere Sprachen lernen? Englisch, Französisch oder Spanisch lernen wir doch auch, selbst wenn unsere Eltern diese Sprache nicht sprechen!

Allerdings kann es sein, dass der Wortschatz deiner Tochter nicht ganz so groß ist, wie der ihrer Freundinnen. Ich beobachte auch, dass die Kinder beim Schreiben eher Umgangssprache benutzen und dafür haben Lehrer dann gar kein Verständnis und das könnte mit dieser Aussage gemeint sein: "Ihre Tochter bekommt keinen einzigen richtigen Satz auf Deutsch zusammen!" Und der Schluss ist für manche Lehrer dann: ungeeignet für die Schulform.

Die Studien der letzten Jahre haben gezeigt wie offensichtlich falsch, Lehrerurteile sind! Und wie sehr Kinder, die aus Familien mit Migrationshintergrund stammen benachteiligt werden, obwohl sie genauso viel leisten, wie ihre Mitschüler, landen sie häufiger in niedrigeren Schulformen!

So sieht der Erziehungwissenschafler i.R. Georg Auernheimer unser Bildungssystem. http://www.georg-auernheimer.de/dateien/downloads.htm

Zitat:
?Unser deutsches Bildungssystem ist in der Tat besonders selektiv ? und dabei übrigens nicht einmal besonders leistungsstark, wie internationale Vergleichstudien zeigen. Der durch die Mehrgliedrigkeit bedingte Zwang zur frühen Schullaufbahnentscheidung benachteiligt vor allem die Migrantenkinder. So werden die bestehenden Strukturen der Ungleichheit von neuem reproduziert und damit auch das vorherrschende Gesellschaftsbild bestätigt.? http://www.georg-auernheimer.de/dow....raech_ueber_Rassismus.pdf

Und was ?psychologische Mobbing?bewirkt, wie du es passend nennst, ist auch längst bekannt:
Zitat:
?Zweitens hat die Trennung nach Schulformen negative Effekte auf das Lernverhalten, weil Lehrererwartungen nachweislich Auswirkungen auf die Schülerleistungen haben (sog. Pygmalion-Effekt). Über die Lehrererwartungen hinaus muss man wohl bei dieser Art von hierarchischer Gliederung der Bildungsgänge die gesellschaftlichen Vorstellungen und Erwartungen insgesamt mit in Anschlag bringen.?
http://www.georg-auernheimer.de/downloads/Schulsystem.pdf

Und die Bildungsjournalistin Brigitte Schumann:
Zitat:
? Welchen Einfluss die Einstellung der Lehrer/innen zu ihren Schülern und Schülerinnen
auf den Lernerfolg hat, zeigt uns das Ergebnis einer jüngsten Berliner Studie. Sie fand
heraus, dass nicht allein die deutschen Sprachkenntnisse darüber entscheiden,
welchen Lernerfolg Migranten haben, sondern die Einstellungen ihrer Lehrer/innen. Laut
Studie sind die Schüler/innen zur Erfolglosigkeit verurteilt, wenn ihre Lehrer/innen eine
geringe Leistungserwartung an sie haben.? http://www.aktion-humane-schule.de/....leistungsbeurteilung.html


Weißt du schon wie es weitergeht?

Doris
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