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Spickmich: Schulleiter setzt Schüler massiv unter Druck

 
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Petra Litzenburger



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BeitragVerfasst am: 05.07.2007, 13:03    Titel: Spickmich: Schulleiter setzt Schüler massiv unter Druck Antworten mit Zitat

In der vergangen Woche, sowie in der Woche davor erreichten uns zahlreiche Anrufe verzweifelter Eltern, deren Kinder vom Schulleiter des Gymnasium am Romäusring in Villingen-Schwenningen Baden-Württemberg) massiv unter Druck gesetzt wurden.

Der Hintergrund war, dass sich einige Schüler auf der Schülerseite Spickmich ( www.spickmich.de ) angemeldet und dort ihre Lehrer benotet hatten.

Für den Schulleiter, Herrn Fleischer, waren die schlechten Noten wohl ein rotes Tuch. Wie uns mehrere Eltern berichteten hat er die Schüler, die sich dort fairerweise mit ihrem realen Namen angemeldet hatte, in sein Büro zitiert und ihnen mit Strafanzeigen, herabsetzen von Zeugnisnoten ect gedroht.
Einige Schüler sollen sogar von ihm zu Hause angerufen worden sein. Auch in den Unterrichtsstunden wurde die Benotung von Lehrern thematisiert. Die Schüler sollten sich einmal überlegen, wie die Lehrer sich mit den schlechten Noten fühlen würden.

Wir setzten uns mit dem Team von spickmich in Verbindung. Dort bestätigte man uns dass die Vorwürfe bekann seien und sich fast die Hälfte der Schüler (wohl aus Angst) von dem Schülerportal wieder abgemeldet hatten. Das Team von Spick versprach uns, die Sache zu klären und sendetet in der Zwischenzeit mehrere Mails an die betroffenen Schüler, mit dem Hinweis, dass diese nichts unrechtes getan haben.

Nachdem wir uns als "Eltern" auf dem Portal von Spickmich angemeldet hatten, konnten wir beobachten, wie die Noten der Lehrer des Romäusring in Villingen-Schwenningen immer Besser wurden. Dies ließ uns vermuten, dass die Lehrer nun anfingen sich selbst zu bewerten.

Das Team von Spickmich.de bestätigte unsere vermutung, auch in einer Email an die Schüler:

"Benotet weiter Eure Lehrer, denn die benoten sich selber ja gerade auch!"


Diese Vorgehensweis des Schulleiters und der Lehrer fanden wir unglaublich. Statt kontruktiv mit den schlechten noten umzugehen und sich gedanken darüber zu machen warum die Schüler ihre lehrer zum teil so schlecht benotet hatten, wird den Schüler gedroht und ihnen ein schlechtes Gewissen eingeredet.

Ein Schüler sagte zu uns: Wir fühlten uns wie Schwerverbrecher.


Die EMGS wird zu diesen Vorfällen in den nächsten Wochen noch eine gesonderte Pressemitteilung herausgeben.

Petra Litzenburger
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Zuletzt bearbeitet von Petra Litzenburger am 05.07.2007, 15:04, insgesamt 2-mal bearbeitet
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Petra Litzenburger



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BeitragVerfasst am: 05.07.2007, 13:08    Titel: Antworten mit Zitat

Aktuell hierzu ein Artikel vom Schwarzwälder Boten:
(vergrößern durch anklicken)


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Petra Litzenburger



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BeitragVerfasst am: 05.07.2007, 13:17    Titel: Antworten mit Zitat

Zwischenzeitlich hat das Landgericht Köln die Benotung von Lehrern durch Schüler als rechtens bezeichnet:



Zitat:
SPIEGEL ONLINE - 28. Juni 2007, 12:46
URL: http://www.spiegel.de/schulspiegel/leben/0,1518,491084,00.html

LEHRER-BEWERTUNG

Schüler dürfen bei Spickmich Noten verteilen

Von Katrin Schmiedekampf


Lehrer benoten Schüler - so war es schon immer. Aber dass Schüler im Internet den Spieß umdrehen, gefällt vielen Lehrern gar nicht. Jetzt haben Kölner Richter entschieden, was die beliebte Seite Spickmich.de darf: ziemlich viel.

Tino Keller hat eine kleine Schwester - und die ist schuld. Sie überredete Tino und seine Freunde auf einer Party, eine Webseite zu entwickeln. Ihre Idee: Schüler sollen ihre Lehrer endlich benoten können. Die Seite Spickmich.de steht nun bereits seit März im Netz. Inzwischen haben sich über 100.000 Schüler angemeldet.




"Wir sind nicht: 1. Lehramtsstudenten 2. Gescheiterte Schüler, die sich rächen wollen 3. Der böse Wolf", schreiben dort die Betreiber Tino Keller, Philipp Weidenhiller, Manuel Weisbrod und Bernd Dicks, alle zwischen 22 und 25. "Durch alles, was wir mittlerweile mit Spickmich erfahren haben, können wir aus vollem Herzen sagen: Deutschland braucht diese Seite." Die Studenten hegen und pflegen die Seite, beantworten Mails und ermutigen Schüler, ihre Lehrer zu benoten. Dafür gibt es Kategorien wie "cool und witzig", "menschlich" oder "sexy" für Unterrichtsstil, Fairness und Aussehen.

Prominentes Vorbild der Seite: das Internetportal MeinProf.de, auf dem Studenten ihre Professoren bewerten können. Viele Studenten nutzen es inzwischen. Das schmeckt nicht jedem: Die Betreiber müssen sich immer wieder gegen Professoren, Rektoren und Datenschützer wehren. Kürzlich zog ein Marketing-Professor vor Gericht - und verlor in zweiter Instanz.

"Schüler sollen ihre Meinung sagen"

Auch manche Lehrer sind sauer, dass sie neuerdings bei Spickmich Noten bekommen. Und drohen den Betreibern sogar mit ihrem Anwalt. Zuletzt beschwerte sich eine Gymnasiallehrerin vom Niederrhein. Sie fühlte sich in ihrem Persönlichkeitsrecht verletzt und hielt Datenschutzbestimmungen für missachtet. Doch gegen eine zunächst erlassene einstweilige Verfügung legten die Betreiber der Internet-Seite umgehend Widerspruch ein.

Mit Erfolg: Das Kölner Landgericht hat am Mittwoch in einer mündlichen Verhandlung die Benotung von Lehrern durch Schüler im Internet als rechtens bezeichnet. Nur Schmähkritik, die Lehrer diffamiere, sei unzulässig, alles andere werde durch das Grundrecht der Meinungsfreiheit gedeckt. Die Richter kündigten eine Aufhebung der einstweiligen Verfügung an.

Die Begründung: Persönliche Angaben der Lehrerin seien zuvor auch auf der Homepage der Schule der Lehrerin veröffentlicht worden - mit ihrem Einverständnis. Das ändere die Rechtslage. "Im Bereich der Berufsausübung muss man sich öffentlicher Kritik stellen", sagte die Richterin Margarete Reske. Es liege keine Schmähkritik, sondern eine reine Meinungsäußerung vor. Der Beschluss, die einstweilige Verfügung aufzuheben, soll am 11. Juli verkündet werden.

"Wir haben die ganze Zeit gewusst, dass wir nichts Illegales machen", sagt Bernd Dicks erkennbar froh. Er findet: "Die Schüler haben das Recht, sich über die Leistung auszutauschen und ihre Meinung zu sagen."

Drohungen und Lautsprecher-Durchsagen

Das klare Ergebnis der mündlichen Verhandlung dürfte vielen einen Dämpfer geben, die es mit Einschüchterung versucht haben. Zum Beispiel jene Lehrerin, die eine anonyme Drohung auf die Mailbox der Studenten sprach. Andere Lehrer, die wütende Mails schickten. Und auch den Schulleiter an einem Kölner Gymnasium, der sich eines morgens während der dritten Schulstunde in einer Lautsprecher-Durchsage an alle Schüler wandte: "Aus gegebenem Anlass muss ich darauf hinweisen, dass Eintragungen auf dieser Seite das Lehrer-Schüler-Verhältnis erheblich belasten und sowohl disziplinarische wie auch strafrechtliche Konsequenzen haben können." Außerdem verschickte er an alle Eltern ein Rundschreiben mit der Mahnung, die Kinder vor "unüberlegtem Umgang" mit dem Internet zu schützen.

Durch die Reihen der deutschen Lehrerschaft ging wegen der Spickmich-Seite sogleich ein großes Rumoren und Tosen. So sieht der nordrhein-westfälische Philologen-Verband Pädagogen "zunehmender Diffamierung" ausgesetzt. Und ließ seine Rechtsabteilung praktischerweise schnell einen Musterantrag entwerfen, mit dem Mitglieder "die Betreiber der Webseite zur Löschung Ihrer Daten auffordern können" - so geht guter Service für empörte Lehrer.

Auch Heinz-Peter Meidinger, Vorsitzender des Deutschen Philologenverbandes, nutzte eine günstige Gelegenheit zur Abrechnung mit der Spickmich-Seite. "Lehrer sind kein digitales Freiwild", schlug er kürzlich Alarm und wies völlig zu Recht darauf hin, dass manche Schüler beim Mobbing gegen Lehrer im Internet vor nichts zurückschrecken. Was aber Pornomontagen oder Hinrichtungsvideos mit der Internet-Benotung von Lehrern zu tun haben, konnte Meidinger nicht schlüssig erklären. Seine Ansicht: Persönlichkeitsrechte von Lehrern würden "systematisch mit Füßen getreten". Schüler nutzten solche Plattformen häufig, um etwa durch erfundene Zitate offene Rechnungen zu begleichen oder Lehrer nach seltsamen Kriterien wie Sexappeal und Aussehen zu benoten. Es gebe auch Beispiele, "wo sich ganze Klassen absprechen, um bestimmte Lehrer fertig zu machen", so Meidinger weiter.

"Bitte keine Beleidigungen"

Ähnlich sieht es auch Josef Kraus, Präsident des Deutschen Lehrerverbandes: "Erstens sind viele Schüler, vor allem jüngere, gar nicht in der Lage, auch nur halbwegs objektiv einzuschätzen, was einen erfolgreichen Lehrer ausmacht. Zweitens befürchte ich, dass hier einzelne Schüler, die einem Lehrer etwas hinreiben wollen, eine große Inszenierung veranstalten. Und drittens befürchte ich, dass durch solche Aktionen das innerschulische Klima zum Nachteil aller Schüler belastet wird", sagte Kraus der "Syker Kreiszeitung".

Gegen Meidingers Breitseite wehrte sich Spickmich mit einem offenen Brief an die Kultusminister - mit Mobbing habe die Seite nichts zu tun. Was die Schüler dort machen können: sich ein eigenes Profil bauen, Freunden mailen und die Lehrer an ihrer Schule bewerten. Einen eigenen Kommentar aber können sie nicht abgeben, nur Noten von eins bis sechs in den neun festgelegten Kategorien. Wollen sie Zitate ihrer Lehrer aus dem Unterricht einstellen, werden die von den Betreibern zuvor geprüft. Auf der Seite gibt es mehrfach Aufrufe zur Fairness: "Auf keinen Fall gehören Schimpfwörter, Beleidigungen oder ähnliches auf Spickmich", heißt es dort zum Beispiel.

Über 100.000 Lehrer wurden inzwischen bei "Spickmich" bewertet. Im Schnitt erhielten sie die passable Gesamtnote von 2,9. Und rund 34.000 schafften eine 2 oder sogar eine 1 vor dem Komma - unter Schülern gilt das als Superzeugnis.



Somit machen nicht die Schüler sich strafbar, sondern die Lehrer und Schulleiter die ihren Schüler drohen und einschüchtern und ihnen damit das Recht auf Meinungsfreieit nehmen!


Petra Litzenburger
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BeitragVerfasst am: 12.07.2007, 23:14    Titel: Antworten mit Zitat

Url: http://www.focus.de/schule/schule/u....ickmich-de_aid_66236.html

11.07.07, 17:25

Urteil spickmich.de


?Lehrer müssen mit Kritik umgehen können?



Schüler dürfen ihren Lehrern auf der Internetplattform spickmich.de Noten geben, ohne gegen den Datenschutz oder Persönlichkeitsrechte zu verstoßen. So urteilte heute das Kölner Landgericht.
Von FOCUS-SCHULE-Autorin Nina Meckel, München
Sexy oder nicht? Auf spickmich.de können Schüler ihre Lehrer in Sachen ?fair?, ?motiviert? oder ?menschlich? bewertenLehrer müssen durch ihre Berufsausübung mit öffentlicher Kritik umgehen können, so die Begründung des Kölner Landesgerichts. Auf 13 Seiten erklärte das Gericht in einem Grundsatzurteil, warum diese Art der Veröffentlichung zur Meinungsfreiheit in Deutschland gehört. Damit wies es die Klage einer Gymasiallehrerin aus Neukirchen-Vluyn ab, die ?spickmich.de? verbieten lassen wollte. Sie hatte argumentiert, das Internetportal verstoße gegen den Datenschutz und die Persönlichkeitsrechte der Pädagogen. Ob sie sich nur darüber geärgert hatte, in der Kategorie ?sexy? sehr schlecht abgeschnitten zu haben, bleibt reine Spekulation.

?Das Gericht ist uns in all unserern Argumentationslinien gefolgt?, freute sich spickmich.de-Pressesprecher Bernd Dicks. ?Es gibt zahlreiche Sicherheitsstufen im Bewertungssystem unserer Online-Plattform, die verhindern sollen, das gefrustete Schüler nach einer schlechten Klassenarbeit nicht umgekehrt ihrem Lehrer eine reinwürgen können.?

Schüler gegen Lehrer ? wer sitzt am längeren Hebel?

Spickmich.de hatte bereits im Vorfeld des Prozesses für Unruhe gesorgt. So verschaffte sich in der letzten Woche Kunstlehrer Michael Rathe aus Hemmingen bei Hannover insgesamt 97 Zugänge zu der Plattform und gab sich selbst und seinen Kollegen so gute Noten, dass sie kurzzeitig als Deutschlands beliebteste Lehrer gelistet wurden. Nach drei Stunden flog der Schwindel jedoch auf, System und Schüler schlugen Alarm.

Was der Betreiber nicht sehen konnte: Einige Schüler, die vorher auf spickmich.de ihre Lehrer benotet hatten, mussten in Hemmingen beim Direktor antreten. Mit einem Hinweis darauf, sie hätten im Internet ihre Lehrer schlecht benotet, wurde ihnen der Abmeldeantrag von der Schule in die Hand gedrückt. ?Diese Abschreckung hat erstaunlich gut funktioniert?, so Kunstlehrer Rathe, ?Viele haben sich danach nicht von der Schule, sondern vom Portal abgemeldet.?
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