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Legastheniker sind nicht dumm!

 
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Erik
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BeitragVerfasst am: 28.09.2007, 16:46    Titel: Legastheniker sind nicht dumm! Antworten mit Zitat

Heute stand, oh Wunder, ein ausführlicher Bericht über die "Lernschwäche-Messe 2007" in unserer regionalen Tagespresse. Hier einige Auszüge:

Zitat:
Messe: Rund tausend Gäste strömen in die Roßdörfer Gesamtschule, um sich über Teilleistungsstörungen zu informieren

ROSSDORF. Mechthild Firnhaber engagiert sich seit Jahrzehnten für Kinder und Jugendliche mit Legasthenie und Dyskalkulie. ?Am schlimmsten für die Kinder ist es, wenn sie für dumm gehalten werden?, weiß Firnhaber aus eigener Erfahrung. Ihre beiden Söhne sind von Legasthenie betroffen, vor 36 Jahren hat die engagierte Darmstädterin den Kampf um die Anerkennung der Leistungsstörung ihrer Kinder aufgenommen, so dass sie schließlich Abitur machen und studieren konnten.
Auch bei der Beratungsmesse in Roßdorf zu Lernproblemen in der Schule war die Buchautorin und Vorsitzende des Landesverbandes Legasthenie und Dyskalkulie in Hessen präsent. Ihr Credo: ?Legastheniker können alles lernen, nur unter erschwerten Bedingungen. Sie sind also keinesfalls dumm, etliche Kinder haben sogar einen überdurchschnittlichen Intelligenzquotienten und Begabungen in anderen Bereichen.? Es sei Aufgabe der Eltern, ihre Kinder in diesen Fähigkeiten zu stärken und über Hobbys, in denen die Kinder Erfolg haben, einen Gegenpol zu den oft frustrierenden Erlebnissen in der Schule zu schaffen.


Etwa 50 Einrichtungen mit ungefähr 80 Personen, darunter Therapeuten, Ärzte, Psychologen und Rechtsanwälte waren diesmal präsent. Eine Mutter von einem Sohn und einer Tochter mit Legasthenie sagte selbstbewusst:
Zitat:
?Ich will wissen, welche Rechte wir haben. Im Moment haben die beiden noch Notenschutz, aber das wird jedes Schuljahr neu verhandelt.?

Für sie und auch mich als betroffenen Vater ist dies unverständlich, denn die Legasthenie bleibt eben ein Leben lang, und das hat sich trotz aller Erlasse in Lehrerkreisen noch nicht herum gesprochen.

Dieses Problem kennt auch Mechthild Firnhaber.
Zitat:
Beim Notenschutz werden die Rechtschreibfehler bei der Benotung nicht berücksichtigt, über Nachteilsausgleich ist es außerdem möglich, betroffenen Kindern zum Beispiel mehr Zeit für die Bearbeitung von Aufgaben zu geben. Diese Rechte nur für einen gewissen Zeitraum zu gewähren ist so, als würde man einem Brillenträger ab der elften Klasse die Brille wegnehmen.
veranschaulicht die Autorin.

Ein heißes Thema war und ist nach wie vor die Diskussion, wer für die außerschulische Legasthenie-Therapie von Kindern finanziell aufkommen muss. Bislang hatten die Jugendämter bei nachgewiesener seelischer Behinderung der Kinder gezahlt. Das Verwaltungsgericht Darmstadt hat jedoch jüngst entschieden, dass die Schulen für ausreichende Förderung der Kinder zuständig seien (ich berichtete am 19.09.2007 hier im Forum:Lernschwache Kinder zwischen den Fronten - Wichtige Info)

?Wir können uns auf nichts verlassen?, ärgert sich die bereits zitierte Mutter. Im Vortrag hat sie erfahren, dass die Lehrer in Zukunft über die Förderung ihrer Kinder entscheiden müssen. ?Das ist sehr enttäuschend. Vor allem für die Kinder, die jedes Jahr bangen müssen, ob ihnen die Legasthenie anerkannt wird, oder nicht.?

Ich wiederhole mich nur ungern, aber hier hat ein Gericht doch mal wieder den Bock zum Gärtner gemacht. Im Gerangel um das liebe Geld hat man einfach per Dekret (Sekret) entschieden:

DER LEHRER / DIE LEHRERIN IST AB SOFORT ZUSTÄNDIG FÜR DIE FESTSTELLUNG VON TEILLEISTUNGSSCHWÄCHEN!

Das Mittelalter lässt grüßen, wo die Erde nach Maßgabe der Kirche eine Scheibe war und die heilige Inquisition den Glauben daran prüfte und durchsetzte. Wie soll ein Lehrer/ eine Lehrerin etwas feststellen, was bisher im Schulalltag negiert wurde.
Im Grunde genommen ist das alles nur Spiegelfechterei.
Nicht-Bescheid-Wisser sollen über die Zukunft von mit Teileistungsstörungen behafteten Kinder entscheiden? Nur um den Schwarzen Peter der damit verbundenen Kosten weiterreichen zu können?

Hallo ihr Eltern - es sind unsere Steuergelder, die diese Politiker sich in die Tasche stecken, und in der Zukunft die der Kinder, denen sie ihre Hilfe jetzt verweigern... ARMES DEUTSCHLAND - DU DARFST NICHT LÄNGER RUHIG SEIN!
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Doris Carnap
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Beiträge: 803
Bundesland: Hessen

BeitragVerfasst am: 30.09.2007, 10:38    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Erik,

du schreibst:
Zitat:
..., aber hier hat ein Gericht doch mal wieder den Bock zum Gärtner gemacht. Im Gerangel um das liebe Geld hat man einfach per Dekret (Sekret) entschieden:

DER LEHRER / DIE LEHRERIN IST AB SOFORT ZUSTÄNDIG FÜR DIE FESTSTELLUNG VON TEILLEISTUNGSSCHWÄCHEN!

Das ist für Hessen nicht neu, dafür waren auch nach der alten Verordnung schon die Lehrer zuständig. Nur für besonderen Ausnahmefällen war ein außerschulisches Gutachten möglich und nötig, so stand es in den alten Richtlinien unter 4. Zuständigkeiten:
Zitat:
4.1 Die/der Klassenlehrer/in oder die/der Fachlehrer/in für Deutsch ist in der Grundstufe für die Feststellung besonderer Lese- und/oder Rechtschreibschwierigkeiten verantwortlich.
Dabei sind alle die Schülerinnen und Schüler unterrichtenden Lehrerinnen und Lehrer zu beteiligen.
4.2 In einzelnen Fällen wird es nötig sein, die Beobachtungen durch gezielte Untersuchungen zu ergänzen.

Die Realität: Wer aber die ?besonderen Schwierigkeiten beim Lesen, Schreiben und Rechtschreiben? feststellte, waren häufig nicht die zuständigen Lehrer sondern die Eltern, oft war auch ein teures Gutachten nötig, häufig wurde auch das noch nicht mal anerkannt. Weil die Lehrer einfach laienhaft dachten (und denken) wer die Rechtschreibung nicht beherrscht, ist dumm (oder wenn es sich um ein ganz offensichtlich überdurchschnittlich leistendes Kind handelt, ist nur faul).

Auch in der neuen hessischen Verordnung VORLL gehört die Feststellung zum Zuständigkeitsbereich der Schule:
Zitat:
§ 2 Förderdiagnostik (1) Die Feststellung der besonderen Schwierigkeiten beim Lesen, Rechtschreiben und Rechnen gehört zu den Aufgaben der Schule. Voraussetzung für das Erkennen dieser Lernschwierigkeiten ist die Erhebung der Lernausgangslage, insbesondere in der Jahrgangsstufe 1. http://www.kultusministerium.hessen....222-222222222222,true.pdf

Über Jahrzehnte haben die Jugendämter klaglos die Kosten für die Feststellung und Förderung übernommen. Aber seitdem das Geld knapp ist, weigern sich die Jugendämter mit Nachdruck die Aufgabe der Schulen zu übernehmen und die Schulämter geben dies auch so an die Schulen weiter ? seit mindestens fünf Jahren.

Aber auch hier ist die Chancengleichheit nicht gewährt. Wer sich auskennt, wird einem ablehnenden Bescheid widersprechen, wer Geld hat, schaltet einen Anwalt ein. Wer sich gar nicht auskennt, hat Pech gehabt, die Kinder lernen halt einfach nicht lesen und schreiben:
10% eines Jahrgangs verlassen die Schule als funktionale Analphabeten! In Deutschland leben einige Millionen Menschen, die nicht ausreichend lesen und schreiben können und das trotz Schulpflicht!

Die Lehrer müssen endlich ihre Verantwortung übernehmen.

Immerhin scheint von der neuen Verordnung endlich etwas in den Schulen angekommen zu sein. Lehrer bilden sich zum Thema fort. Sie sind nicht mehr einfach verpflichtet sich fortzubilden, sondern bekommen Punkte und müssen jetzt nachweisen, dass sie an einer Fortbildung teilgenommen haben. Aber hier ist meine Kritik, an einer Fortbildung teilnehmen heißt aber noch lange nicht, dass das Gelernte auch angewendet wird. Es müsste also innerhalb der Schule auch überprüft werden, ob und wie es umgesetzt wird.

Was aber neu ist: Grundschullehrer müssen seit 2005 ?die Unterrichtsfächer Deutsch und Mathematik? studieren (§10 Punkt 3 des Hess. Lehrerbildungsgesetzes). Das bedeutet hoffentlich in Zukunft mehr als laienhaftes Wissen über den Erstlese- oder Erstrechenunterricht!

Doris
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Erik
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BeitragVerfasst am: 30.09.2007, 17:09    Titel: Antworten mit Zitat

Hi Doris,

das ist alles richtig, was Du ausführst. Nur... wieder einmal werden eventuelle Lösungen in die Zukunft verlagert. Also in eine Zeit, zu der unsere Kinder mit Sicherheit die Schule nicht mehr besuchen.

Wie die Vergangenheit bewiesen hat, kann kein Lehrer per Dekret zum Fachkundigen für Teilleistungsstörungen mutieren. Die Ursachen erkennen und die Auswirkungen zu therapieren sind zwei Paar Stiefel. Da ändert auch die per VORLL angeordnete Förderdiagnostik nichts daran, das ein/e Grundschullehrer/in dafür nicht ausgebildet ist.

Darüber hinaus gilt diese Regelung in erster Linie für die Grundschule Jahrgangsstufe 1. Der größte Teil der betroffenen Kinder besucht aber Jahrgangsstufe2 und höher bzw. die weiterführenden Schulen. Was, so frage ich, geschieht mit diesen? Antwort: Das, was immer geschieht, nämlich NICHTS!

Und damit muss jetzt endlich Schluss sein! Denn meistens sind die politisch Verantwortlichen dann nicht mehr im Amt, ob nun das Amt gewechselt oder abgewählt bleibt offen. Jedenfalls war's dann wie immer keiner gewesen.

Ich jedenfalls will mich nicht länger für dumm verkaufen lassen nach der politischen Sprechweise:" Darüber gibt es ja einen Vorgang", was inhaltlich bedeutet:"Das verdecken wir mit einem Vorhang und lassen den Hut rumgehen!"

Ich erinnere daran, es gibt ein Kinder- und Jugendhilfegesetz (SBG VIII):

Zitat:
§ 35 Intensive sozialpädagogische Einzelbetreuung

Intensive sozialpädagogische Einzelbetreuung soll Jugendlichen gewährt werden, die einer intensiven Unterstützung zur sozialen Integration und zu einer eigenverantwortlichen Lebensführung bedürfen. Die Hilfe ist in der Regel auf längere Zeit angelegt und soll den individuellen Bedürfnissen des Jugendlichen Rechnung tragen

.....§ 5 Wunsch- und Wahlrecht

(1) Die Leistungsberechtigten haben das Recht, zwischen Einrichtungen und Diensten verschiedener Träger zu wählen und Wünsche hinsichtlich der Gestaltung der Hilfe zu äußern. Sie sind auf dieses Recht hinzuweisen.
(2) Der Wahl und den Wünschen soll entsprochen werden, sofern dies nicht mit unverhältnismäßigen Mehrkosten verbunden ist. Wünscht der Leistungsberechtigte die Erbringung einer in § 78a genannten Leistung in einer Einrichtung, mit deren Träger keine Vereinbarungen nach § 78b bestehen, so soll der Wahl nur entsprochen werden, wenn die Erbringung der Leistung in dieser Einrichtung im Einzelfall oder nach Maßgabe des Hilfeplanes (§ 36) geboten ist.


Wie, so frage ich, kann so einfach per Beschluss ein Grundschullehrer zusätzlich zu einem Sozialpädagogen, ein Gutachter und Therapeuten in Personalunion werden? Ist da etwas an mir vorbei gelaufen oder denke ich falsch?

Erik
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Doris Carnap
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BeitragVerfasst am: 01.10.2007, 09:35    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Erik,

dass Lehrer für eine Diagnostik nicht ausgebildet sind, sagen sie zwar immer. Dabei ist doch die Feststellung, was die Kinder können und wo es noch hakt eine der Hauptaufgaben der Lehrer. Und wer könnte eine Lese-/Rechtschreibschwäche besser feststellen als ein Lehrer, der sich hauptberuflich mit dem Begleiten des Lernprozesses beschäftigt? Und ja meist langjährige Erfahrungen hat, wie schnell Kinder etwas normalerweise lernen.

Den meisten Kindern fällt das Lesen und die gute Rechtschreibung ja regelrecht in den Schoß, ohne dass sie sich anstrengen müssen. Und dann gibt es in der Klasse meist ein bis zwei Schüler, bei denen klappt es überhaupt nicht. Ein Lehrer merkt doch meist früh was los ist. Man braucht sich nur die Berichtzeugnisse vom Ende der ersten Klasse anzusehen, da ist schon gut beschrieben, wo es Schwierigkeiten gibt. Bei meinem Sohn stand da z.B.:?Fremde, altersgemäße Texte fallen ihm noch schwer. Er bemüht sich aber, auch diese buchstabenweise verknüpfend und den Sinn erahnend zu bewältigen?. er hat aber bei kleinen Wörterdiktaten Probleme bei der genauen Lautwahrnehmung. Deswegen unterlaufen ihm noch einige Fehler auch bei lautgetreuen Wortstrukturen.? Und selbst als dieser Lehrer unter das erste ungeübte Diktat eine riesengroße (vier Zentimeter hohe) 6 schrieb, war er überzeugt, dass das Kind nur nicht genügend gelernt hatte. Aber wer in der Lage ist, eine schlechte Note unter ein Diktat zu schreiben, hat doch auch festgestellt, dass ein Kind ?besondere Schwierigkeiten beim Rechtschreiben? hat, wie es in der Verordnung heißt.

An der Diagnostik liegt es also meist nicht! Aber am Fehlglauben des Lehrers: Ein intelligentes Kind könne unmöglich Lese- Rechtschreibschwach sein oder ein Kind sei schlicht zu dumm, um fehlerfrei rechtschreiben zu lernen. Und die Eltern von nichtbetroffenen Kindern denken ähnlich laienhaft.

Ich komme noch mal auf meine Frage zurück: Wer könnte besser als ein Lehrer besondere Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben feststellen? Psychologen, Lerntherapeuten? Macht man einen Test bei einem Psychologen, wird anhand eines Intelligenztests und eines Rechtschreibests die Diskrepanz von diesen beiden Werten genommen: ? Eine Legasthenie liegt dann vor, wenn der Intelligenzquotient des Schülers bessere Lese- und Rechtschreibleistungen erwarten ließe. Operationalisiert wurde dieses Konzept folgendermaßen: Wer über einen Intelligenzquotienten von mindestens neunzig verfügt und bei einem standardisierten Lese- und Rechtschreibtest zu den schlechtesten 15 Prozent gehört, ist ein Legastheniker.? http://www.germanistik.uni-freiburg....83c4a2185b78b1e76497ce5e1

Das Problem dabei ist, fällt der IQ Test zu niedrig aus oder ist der Rechtschreibtest zu leicht, ist das Kind keine Lese- Rechtschreibschwäche und ist deswegen nicht förderwürdig, auch wenn es weiterhin größte Schwierigkeiten und schlechte Noten hat. Ich habe schon Tests gesehen, in denen durchschnittlich und überdurchschnittlich intelligente Kinder einen IQ von um die 70 hatten! In einem Fall wurde der IQ durch einen Sonderschullehrer festgestellt, da musste man noch zwei teure IQ Tests dranhängen, um zu beweisen, dass das Kind überhaupt intelligent genug ist, um auf der Regelschule zu bleiben.

Gute Aussichten auf eine Feststellung der Legasthenie hat man, wenn man das Kind bei einem Institut testen lässt, dass auch teure Förderung anbietet. Aber auch diese Tests werden von den Lehrern oft gar nicht anerkannt, sind also teuer und sinnlos.

Nach meiner Einschätzung ein echtes Dilemma!

In dem oben verlinkten Beitrag wird die übliche Didaktik des Lesenlernens in der Schule beschrieben:
Zitat:
? Dort wird eine Lesetechnik erworben, die auf der Annahme basiert, dass a) jedem Graphem genau ein Laut entspreche und b) ein Wort von links nach rechts zu erlesen sei. Zugespitzt lässt sich also sagen: Die guten Leistungen der Kontrollkinder sind nicht wegen einer guten, sondern trotz einer zum Teil falschen Lesedidaktik zustande gekommen. Dementsprechend sind die schlechten Leseleistungen der LRS-Kinder dann vor allem durch diese irreführende Lesedidaktik bedingt.?


Dazu passend ein Beitrag aus dem Lehrerforum: Lesen lernen ? wie kann ich vorgehen: http://www.lehrerforen.de/thread.php?threadid=15553

Langfristig kann es nur eine Verbesserung geben, wenn die Lehrer besser ausgebildet werden. Kurz ? und mittelfristig wird es unbefriedigend bleiben ? jedenfalls in Hessen. Als nächstes könnte man darüber diskutieren, ob der bayrische Weg der bessere ist.

Erst wenn sich als Folge einer Teilleistungsstörung eine psychische Erkrankung, beispielsweise in Form von Schulangst oder einer depressiven Störung, entwickelt, hat man Anspruch auf Eingliederungshilfe nach §35 KJHG.

Doris
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sonne73



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BeitragVerfasst am: 02.10.2007, 11:40    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo
Also bei unserem war es so, das ich mich schon seit beginn des zweiten Schuljahrs um eine Legasthenietestung erfolglos bemüht habe. Die Lehrer an der Schule haben es regelrecht verneint das J. ein Rechtschreibschwäche hat( lesen kann er zum Glück gut) und hat es bei den Stelle auch so gesagt. Das heißt es wurden nur Gespräche mit mir geführt und das Kind in eineinhalb Jahren nicht mal angesehen.
Erst als ich letztes Jahr bei einem konvertionellen Institut ihn habe überprüfen lassen haben erklärte sich die Zuständige Stelle sich bereit ihn zu testen, dabei kam dann ein IQ von knapp über neunzig raus. Wenige Wochen später wurde er noch mal IQ technisch überprüft, da hatte er dann einen von 117- 112. Also ganz gut.
Auf jeden Fall müßten die Lehrer das feststellen, hätten wir immer noch keine Diagnose. Selbst als wir das Testergebnis hatten , wurde eine Rechtschreibschwäche noch abgestritten.
Er schlägt sich zwar tapfer in Rechtschreibteste um eine drei minus, da er sich dann genau aufs Thema konzentriert und extrem sich anstrengt. Er bekommt jetzt seit August die Förderung bezahlt vorher haben wir sie ein halbes jahr aus eigener Tasche bezahlt. Aber es gibt natürlich kein extrawürstchen für ihn, also Notenschutz, verkneifen doofer kommentare ist nicht. Er ist jetzt im vierten Schuljahr auf einer anderen Schule, die Therapeutin ruft Ende der Woche erst mal beim Lehrer an, da schon wieder ständig nur gemault wird. Über sein Arbeitstempo, seine Fehlerzahl, und Schrift.
Sonne
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