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Bessere Bildung durch bessere Lehrer - McKinsey Studie

 
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Doris Carnap
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Bundesland: Hessen

BeitragVerfasst am: 09.11.2007, 16:07    Titel: Bessere Bildung durch bessere Lehrer - McKinsey Studie Antworten mit Zitat

Hallo,

in einer Studie von McKinsey wurden die PISA Teilnehmerstaaten verglichen und es wurde festgestellt, dass das Schusystem nicht besser wird, wenn mehr Geld hineingesteckt wird, sondern dass es einen Zusammenhang mit der Qualität der Lehrerausbildung gibt:

Zitat:
Unsre Schulen werden nur besser, wenn die Lehrer besser werden
Text: peter-wagner Fotos: Screenshots

Die Berater von McKinsey haben sich das Bildungswesen in den PISA-Streberstaaten angeschaut und rausgefunden: Schüler werden nicht besser, wenn man mehr Geld ins Bildungssystem pumpt; sie werden auch nicht besser, wenn man das Bildungssystem ändert. Sie werden nur besser, wenn sie super Lehrer bekommen. Klingt als Fazit simpel, ist aber doch neu.
Was ist das Geheimnis guter Bildung? Die Großbritannien-Abteilung des Beratungsunternehmens "McKinsey" hat eine Studie gemacht, in der steht, dass Bildung nur so gut ist wie die Lehrer, die sie vermitteln. Klingt wie ein Allgemeinplatz, wird aber zu einer neuen Erkenntnis, wenn man sich ein paar Dinge durch den Kopf gehen lässt. Laut dieser Studie hat Australien seit 1970 die Bildungsausgaben je Schüler nahezu verdreifacht und in den USA wurden sie seit 1980 verdoppelt - dennoch schneiden beide Länder in einschlägigen Bildungstests heute nicht besser ab als früher.

Die zwei Verfasser der Studie ? einer war früher mal Berater von Tony Blair ? schauten sich also die Spitzengruppe des PISA-Tests noch einmal an und wollten wissen: Wie kommt gute Bildung zustande? Mit einer planlosen Erhöhung des Bildungsbudgets scheint es nicht getan zu sein.

Hat es mit der Gliedrigkeit der Schulsysteme zu tun? Es heißt ja immer, Finnland sei so super wegen der kleinen Klassen und dem eingliedrigen Schulsystem, in dem keiner benachteiligt wird. Dann ist man aber schnell irritiert, wenn man sieht, dass Singapur ein viergliedriges Schulsystem hat und trotzdem saugut in den Tests abschneidet. An der Gliederung liegt es also vielleicht auch nicht.

Vielleicht gehen die erfolgreichen Schüler länger in die Schule und lernen einfach mehr und man sollte Ganztagsschulen überall einführen? Da zucken die McKinseys mit den Schultern und weisen darauf hin, dass die Schüler in Finnland morgens später in die Schule gehen und außerdem auch früh nach Hause kommen. Der schiere Umfang der Lernzeit ist wohl auch nicht der Schlüssel zu besserer Schulbildung.

Was dann?


Die Berater wälzten alte wissenschaftliche Arbeiten und fanden den Hinweis auf einen Versuch, der mal in den USA gemacht wurde. Ein mittelmäßiger Schüler bekam dort einen super Lehrer, ein anderer, ebenso mittelmäßiger Schüler bekam einen schlechten Lehrer. Im Ergebnis fand sich der Schüler mit dem guten Lehrer irgendwann unter den besten 10 Prozent seines Jahrgangs wieder. Der andere hingegen rutschte in den unteren Durchschnitt.

"Lehrer" muss ein begehrter Beruf werden


Und da wurden die Berater hellhörig und schauten nach, ob an der Lehrerausbildung von Staaten mit guten PISA-Ergebnissen irgendetwas anders ist. In Singapur, so fanden sie heraus, werden zum Beispiel von 100 Bewerbern gleich nur die besten 20 in die Lehrerausbildung gelassen. Und in Südkorea können, sehr verkürzt ausgedrückt, nur die besten fünf Prozent der Lehramtsstudenten auch Grundschullehrer werden. Entsprechend angesehen ist man dort als Grundschullehrer. Die Studienschreiber folgern daraus, dass es für gute Bildung vor allem motivierte Lehrer braucht.

Aber dann mussten sich die beiden Autoren der Studie nochmal wundern, weil sie feststellten, dass Lehrer in den PISA-Loser-Staaten sehr oft und sehr schnell sich selbst überlassen bleiben. In den Bildungsstreber-Staaten Finnland oder Singapur ist das anders. Singapur verdonnert seine Lehrer zu etwa 100 Stunden Fortbildung je Schuljahr, in Finnland müssen die Damen und Herren Pädagogen mindestens einmal in der Woche nachsitzen und sich fortbilden. In dieser Zeit werden etwa gemeinsame Unterrichtsstunden geplant oder man besucht sich gegenseitig in den Stunden. Die McKinsey-Berater zitieren aus einem älteren Artikel, wenn sie schreiben, dass ein super Lehrer in den USA, wenn er in den Ruhestand geht, seinen ganzen Erfahrungsschatz mitnimmt. In Japan sei das anders: Da hinterliessen die Lehrer ihren jüngeren Kollegen ein ganzes Erbe. Heisst: Für gute Schulausbildung braucht es gute Lehrerfortbildung.

PISA-Studienleiter Andreas Schleicher von der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) hat das Vorwort zu der McKinsey-Studie geschrieben und die Verfasser gelobt. Mehr noch, er sagt, dass dieser Report Bildungspolitikern in aller Welt nur eine Hilfe sein kann: Für eine bessere Bildung muss vielleicht gar nicht das bestehende Schulsystem umgeschubst werden. Für eine bessere Bildung muss man sich den Lehrern widmen.

Dass das nicht zwingend teuer sein muss, zeigt wieder Singapur. Unter den 30 Ländern, die der OECD angehören liegt Singapur in Sachen ?Ausgaben für das Grundschulwesen? nur auf Platz 28.
http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/405769


Hier der Link zur Studie "How the world's best-performing school systems come out on top" http://www.mckinsey.com/locations/u..../pdf/Education_report.pdf

Doris
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Doris Carnap
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Beiträge: 803
Bundesland: Hessen

BeitragVerfasst am: 11.11.2007, 14:57    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo.

das hessische Kultusministerium hat auf diese Studie gleich reagiert und hervorgehoben, dass in Hessen ja schön längst alles bestens ist. Auch wenn Hessen zu den letzten vier Bundesländern gehört, die am dreigliedrigen Schulsystem festhalten - weil es in Singapur auch ein gegliedertes Schulsystem gibt und Singapur bei der TIMS Studie besonders gut abgeschnitten hat.

Die besondere Gemeinsamkeit der Länder mit guten Ergebnissen ist aber, dass diese Länder ihre Lehramtsstudenen besonders und gezielt auswählen, es werden nicht nur die mit den besten Noten genommen, sondern es wird auch getestet, ob die Bewerber von ihrer Persönlichkeitsstruktur her in der Lage sind, in diesem anpruchsvollen Beruf erfolgreich zu sein.

Da hätte sich vielleicht jemand vom HKM die Mühe machen sollen die Studie vorher zu lesen!

Zitat:
06.11.2007 - Pressemitteilung
Kultusministerin Karin Wolff begrüßt Ergebnisse der aktuellen McKinsey-Bildungsstudie

Die Hessische Kultusministerin Karin Wolff begrüßte heute die Ergebnisse der aktuellen McKinsey-Bildungsstudie ?How the world?s best performing schools systems come out on top? (?Wie die besten Schulsysteme an die Spitze gekommen sind?) : "Die von einigen Oppositionsparteien geäußerte Kritik am mehrgliedrigen Schulsystem Hessens wird jetzt durch eine internationale Studie von McKinsey klar widerlegt. Die Untersuchung zeigt eindeutig, dass die Abschaffung von Haupt- und Realschulen sowie Gymnasien nicht die Antwort auf die aktuellen Herausforderungen der Bildungspolitik sein kann. Stattdessen liegt der Schlüssel zu besseren Schülerleistungen entscheidend in der Unterrichtsqualität der Lehrkräfte. Das ist eine klare Bestätigung, dass der bildungspolitische Weg der Landesregierung der richtige ist.?

Ein Jahr lang hatten britische Unternehmensberater Klassenzimmer in 24 Ländern inspiziert, um zu untersuchen, worin der Erfolg der Länder liegt, die bei den OECD-Vergleichstests PISA oder TIMSS als Sieger hervorgegangen waren. Die McKinsey-Berater machten klar, dass Einheitsschulen kein Garant für mehr Lernerfolg seien. Ausschlaggebend für einen Spitzenplatz bei den internationalen Bildungsstudien war dagegen die Qualität der Lehrerausbildung. Ebenso war eine beständige Fort- und Weiterbildung der Lehrkräfte maßgeblich für ein erfolgreiches Abschneiden bei den Bildungsstudien. Wichtig sei auch, welches Ansehen die Lehrer im Land genießen und wie das eigene Rollenverständnis dadurch geprägt wird.

?Es bleibt also dabei: entscheidend für die erfolgreiche Arbeit der Schule ist zuallererst die Qualität des Unterrichts. Daher haben wir das Methodenlernen in den Lehrplänen verankert und für alle Bildungsgänge landesweite Abschlussprüfungen eingeführt. Die Einführung von Bildungsstandards wird zudem sicherstellen, dass alle Kinder am Ende ihrer Schulzeit den gleichen Bildungsstand haben?, betonte die Kultusministerin. Voraussetzung für die gesteigerte Qualität des Unterrichts sei aber auch die Einführung einer neuen Lehrerbildung gewesen, die sich vor allem an den Bedürfnissen der heutigen Schule orientiert. Hessen habe mit der novellierten Lehrerbildung in vielfältiger Hinsicht Neuland betreten. Wichtig sei vor allem der wesentlich stärkere Praxisbezug im Studium und die spätere Verpflichtung zur kontinuierlichen Fortbildung. ?Nur so können wir optimale Bedingungen für Bildung schaffen. Ebenso wichtig ist mir aber auch, dass der Lehrerberuf in den Augen der Öffentlichkeit positiv besetzt wird. Die Bildungsstudie belegt klar einen Zusammenhang zwischen erfolgreichem Bildungsland und Wahrnehmung des Lehrerberufs in der Öffentlichkeit?, so Wolff.
Hintergrund:
Mit der Leitidee, alle Phasen der Lehrerbildung inhaltlich und organisatorisch zu vernetzen, hat das Amt für Lehrerbildung (AfL) am 1. Januar 2005 in Frankfurt seine Arbeit aufgenommen. Das Amt ist unmittelbar dem Hessischen Kultusministerium zugeordnet und verfügt über Außenstellen in ganz Hessen. Hauptsitz ist das Erwin-Stein-Haus in Frankfurt.

Das AfL vernetzt inhaltlich und organisatorisch alle drei Phasen der Lehrerbildung: Studium, Vorbereitungsdienst (Referendariat) und Fortbildung. Es orientiert seine Arbeit bewusst phasenübergreifend und bezieht sich daher zugleich auf die wissenschaftliche Ausbildung an den Hochschulen, den Vorbereitungsdienst in den Schulen und in den Studienseminaren sowie auf die kontinuierliche Fort- und Weiterbildung der Lehrerinnen und Lehrer während ihres gesamten Berufslebens. Grundlage für die neue strukturelle und inhaltliche Ausrichtung des AfL ist das im Januar 2005 in Kraft getretene ?Dritte Gesetz zur Qualitätssicherung in hessischen Schulen?.


Auf Welt online ist zu lesen wie die Unterschiede aussehen:
Zitat:
Ginge es nach der Höhe der Lehrergehälter, schreiben die Berater, dann müssten Deutschland, Spanien und die Schweiz ganz oben rangieren. Dem ist aber nicht so. Der Grund für die Topqualität der Lehrer liegt woanders. Südkorea beispielsweise wählt gezielt seine Lehramtsstudenten aus und begrenzt die Anzahl. Während man das vierjährige Grundschullehrerstudium dort nur an zwölf Universitäten des Landes studieren kann, bieten sich für Lehrer höherer Schulen 350 Ausbildungsstätten an, zudem sind die Auswahlkriterien laxer. Als Folge ist der Grundschullehrer in Südkorea angesehener als der Oberschullehrer, von denen es auch zu viele gibt: Auf eine Stelle kommen im Schnitt sieben Bewerber.

Auch Finnland und Singapur wählen ihre Lehramtsstudenten gezielt aus und begrenzen das Kontingent. In beiden Staaten genießen Lehrer schon allein deshalb hohes Ansehen, schreiben die Berater, weil Wettbewerb herrscht und die Auswahl begrenzt ist. Es müsse folglich nicht allen leicht gemacht werden, Lehrer zu werden, sondern im Gegenteil: schwer.

Singapur verordnet seinen Lehrern zudem 100 Stunden Fortbildung pro Jahr und schickt ältere, erfahrene Lehrer in die Schulen, um die dortige Entwicklung zu beobachten. Die Siegerländer eint nämlich, dass sie schnell und früh eingreifen, wenn Schule und Schüler abzugleiten drohen.

Finnland glänzt hier mit seiner individuellen Ausrichtung: Ein Drittel der Schüler profitiert pro Schuljahr von Einzelunterricht, den Speziallehrkräfte erteilen. Und Singapur leistet sich Extraklassen: Für das leistungsmäßig untere Fünftel einer Klasse stehen nach Schulschluss Lehrkräfte bereit, die mit diesen Kindern gezielt arbeiten. http://www.welt.de/politik/article1....die_allerbesten_sind.html


Davon sind wir in Hessen noch weit entfernt!

Doris
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Doris Carnap
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BeitragVerfasst am: 11.02.2008, 18:34    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

hier wurden Teile der McKinsey Studie "How the world's best-performing school systems come out on top" übersetzt:

"Was die leistungsfähigsten Schulsysteme der Welt zu Spitzenreitern macht"
http://www.selbststaendige-schule.n....cKinseyUebersetzungPL.pdf

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