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Krach wegen Hausaufgaben

 
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Waldfee



Anmeldedatum: 13.11.2007
Beiträge: 89
Bundesland: Hessen

BeitragVerfasst am: 20.12.2007, 11:09    Titel: Krach wegen Hausaufgaben Antworten mit Zitat

Hallo,

denkt ihr auch desöftern, dass ihr mit euren Kindern nach der Schule das nachholen müsst, was dort nicht geschafft wurde?
Oder Nachhilfe bezahlt, weil ihr entweder keine Zeit dafür habt bzw. mit dem Thema (aus welchem Grund auch immer) selbst nicht zurecht kommt.
Meine Tochter war zwei Wochen lang krank und hatte in dieser Zeit die Arbeitsblätter nach Hause bekommen. Wir hatten sie - soweit es ging - zusammen gemacht.
Gestern schrieb mir ihre Mathelehrerin, dass sie glaubt, dass meine Tochter nicht (genügend) geübt hätte.
Kann ich dieser Lehrerin überhaupt klarmachen, dass wir sehr wohl geübt haben und nichts dafür können, dass meine Tochter in der Schule unter einem Blackout leidet?
Gibt es unter euch welche, die sagen mein Kind braucht die Hausaufgaben nicht zu machen? Und wie geht ihr mit den Reaktionen der Lehrer um?

Habe keine Lust, deswegen die Beziehung zu meiner Tochter zu zerstören.
_________________
Die schlimmsten Wunden sind die, die man nicht sieht.
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Teddy



Anmeldedatum: 27.01.2007
Beiträge: 85
Bundesland: Brandenburg

BeitragVerfasst am: 21.12.2007, 08:28    Titel: Schule Antworten mit Zitat

Hallo!
Wir haben auch das Gefühl, das immer mehr auf Eltern abgeschoben wird.
Bei uns herscht das absurte, das wir nach einer halben Std Hausaufgaben abbrechen sollen,und einen vermerk darunder wie lange das Kind gebraucht hat.
Die Lehrer sind der felsenfesten Überzeugung ,so einen Überblick zu haben über die Leistung der Klasse.
Meinermeinung nach ist das absoluter mißt,denn die sehr Guten die absoluten durchstarter bekommen trotz ihrer HB nicht die Förderung die sie bräuchten ,und die schlechten bekommen sie noch weniger.!!!!!
_________________
Behandelt eure Kinder gut, sie suchen euch das Altenheim aus Hi Hi .
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Legolas



Anmeldedatum: 20.11.2006
Beiträge: 379
Bundesland: Niedersachsen

BeitragVerfasst am: 21.12.2007, 10:22    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Marlene,

ja, ja die Hausaufgaben das ist so ein Thema Rolling Eyes .

Dadurch dass wir mit unserem Sohn 2.Klasse die Schule wechselten
konnte ich feststellen dass dies doch sehr unterschiedlich gehandhabt wird.

In der alten Schule ( KL ständig krank ) wurde tatsächlich alles was in der Schule nicht beendet wurde ( was deinen Verdacht bestätigt) automatisch zur Hausaufgabe. Dazu kamen dann noch die normalen Hausaufgaben von Lehrern die Ihren Stoff in der Schule schafften und in der Lage waren Hausaufgaben zu verteilen die wirklich in 10 Minuten zu schaffen waren.

Es war eigentlich immer so, dass alle Aufgaben die mein Sohn nicht in der Schule erledigen konnte von ihm einfach nicht verstanden wurden. Also immer Aufgaben die nicht anhand von Bilder selbsterklärend waren. Hier wurde deutlich dass die Aufgaben in der Schule nicht erklärt wurden oder die Erklärung nicht bei ihm ankam ( Was mich nicht wundert weil er sowieso in der letzten Bank saß und die KL froh war wenn sie ihn nicht hört oder sieht)

Nachdem ich mir dann mit Söhnchen einige Nachmittage um die Ohren geschlagen hatte, ( Bis zu 4 Std. HA!!!) ließ ich es dann irgendwann und hielt mich an die halbe Stunde die am Elternabend als zumutbar von der KL angepriesen wurde.

Leider konnte sich die Dame selten an die eigenen Worte erinnern und zückte den Stempel " Hausaufgabe fehlt" und verteilte diesen fleißig auf alles was nicht fertig war. Natürlich wurden dann die nicht beendeten Arbeiten auch nicht in der Schule beendet.

Ich will jetzt natürlich nicht Faulheit unterstellen, aber wonach sieht es denn aus? Entscheide selbst.

Gespräche mit der Dame führten zu nichts ( aber alle anderen Kinder schaffen dass doch, manche sind eben langsamer, da kann ich auch nichts für etc.)

Ich habe mir dann eine neue Strategie einfallen lassen.
Ich schrieb auf alle nicht erledigten Aufgaben: Mein Sohn hat diese Aufgabe in der Schule nicht verstanden, bitte erklären Sie es ihm so
dass er diese selbstständig erledigen kann, dann wird er die Aufgaben sofort nachholen.

Dann war Ruhe! Eigentlich ziemlich erschreckend der KL war es ab dem Moment wo sie die Arbeit nicht mehr auf die Eltern abschieben konnte, relativ egal ob er die Aufgaben macht oder nicht. Den Stempel habe ich nie wieder auf seinen halbfertigen Blättern gesehen. Natürlich habe ich weiter hin mit ihm geübt damit er den Anschluß nicht verliert aber nicht indem ich ihn den Stoff, der in der Schule nicht fertig wurde Nachmittags absitzen ließ. Wir kamen dann auf durchschnittlich eine Stunde und dann durfte er spielen.

Wenn du auch ein solches Exemplar an Lehrer erwischt hast kann ich dir nur empfehlen dich mit anderen Eltern kurz zu schließen und in Erfahrung zu bringen wie der Lernstand bei den anderen Kindern ist, dann kannst Du überlegen ob Nachhilfe wirklich notwendig ist.
Die Mathelehrerin würde ich bitten ( wenigstens interessiert sie sich für dein Kind ) dir Übungsmaterial zur Verfügung zu stellen, oder dir zu sagen was geübt werden soll.

Wenn man sich auf das wesentliche konzentriert ist der Aufwand für dich und dein Kind vielleicht gar nicht so groß.

In der Schule in die mein Sohn jetzt geht ist die KL so fit, dass sie sagt meine Schüler brauchen keine HA zu machen ich schaffe das im Unterricht und im Förderunterricht. Sie bittet die Eltern lediglich täglich eine viertel Stunde mit den Schülern zu lesen und spricht die Eltern darauf an wenn sie der Meinung ist, dass die Kinder zusätzlich Übung brauchen. Dann gibt es noch regelmäßig HA vom Mathelehrer und das war's.

Ich hoffe ich konnte dir ein wenig weiterhelfen,

LG Legolas
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Doris Carnap
Moderatorin


Anmeldedatum: 18.01.2006
Beiträge: 803
Bundesland: Hessen

BeitragVerfasst am: 01.02.2008, 19:05    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

eine Studie der Universität Dresden zum Thema:
Zitat:

Hausaufgaben bringen nichts

Wenn es nach Wissenschaftlern der Universität Dresden geht, sollten Lehrer nie wieder Schularbeiten aufgeben. Eine Studie ergab: Ob Schüler Hausaufgaben machen oder nicht, ist eigentlich egal - zu besseren Noten führen sie jedenfalls nicht.

Hausaufgaben sind blöd, Schüler wussten das schon immer. Nach dem Unterricht noch zwei oder drei Stunden Vokabeln pauken und Matheaufgaben lösen - für viele ist das Zeitverschwendung.

Tatsächlich bringen Hausaufgaben den Schülern nicht besonders viel, hat eine Studie der Technischen Universität Dresden ergeben. Mehr noch: Sie haben angeblich keinen Effekt auf die Schulleistungen.

"Gute Schüler werden durch Hausaufgaben nicht unbedingt noch besser", sagt Hans Gängler von der Fakultät Erziehungswissenschaften der TU Dresden, "und schlechte Schüler begreifen durch bloßes Wiederholen noch lange nicht, was sie schon am Vormittag nicht richtig verstanden haben." Der Effekt auf die Zeugnisnote werde durch die Schularbeiten nicht beeinflusst - egal ob ein Kind die Mathe-Aufgaben direkt nach der Schule, nachts unter der Bettdecke oder überhaupt nicht mache.[..]

Nicht die Hausaufgaben seien für den Erfolg der Schüler entscheidend, sondern die pädagogische Betreuung. Lehrer sollten ihren Schülern im Unterricht lieber Lernstrategien vermitteln und Inhalte durch Übungs- und Förderangebote vertiefen, so Wiere. Dann könnten die Schulen die Hausaufgaben endlich abschaffen - eine Last, die nach Ansicht der Forscher der TU Dresden nicht mehr ist als ein "pädagogisches Ritual". http://www.spiegel.de/schulspiegel/0,1518,532362,00.html

Doris
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"Das Geheimnis der Erziehungskunst ist der Respekt vor dem Schüler." Ralph Waldo Emerson
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Fred Steeg
Moderator


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Beiträge: 60
Bundesland: Rheinland-Pfalz

BeitragVerfasst am: 05.02.2008, 12:20    Titel: Mathehausaufgabenstress Antworten mit Zitat

Der Standpunkt der Schule (des Schulsystems) ist der (wegen der Auslese), dass die Schule den Schülern die "Gelegenheit bietet" etwas zu lernen, was eine Befassung des Lehrers mit individuellen Problemen aber ausschließt, weil es ja gerecht zugehen soll. Also werden die Eltern für Probleme haftbar gemacht und zu Hilfslehrern für Hausaufgaben und Übungsstunden erklärt. Wenns schlechte Noten gibt, müssen Schüler und ihre Eltern ja auch die Konsequenzen tragen, sagt sich der/die LehrerIn - ein ganz banaler Zynismus.

Gerade in Mathe wäre aber zu klären, ob die Kinder die mathematischen Begriffe überhaupt verstanden haben. Eine Rechentechnik auswendigzulernen, sich Schemata zu merken, Abläufe zu trainieren sind Vorgehensweisen, die die Schüler verblöden anstatt ihnen Mathe beizubringen. Mit mathematischem Verständnis könnten die Schüler leichter und mit aufbauenden Gedanken weiterlernen. Wer ständig üben muß, weil er zuwenig verstanden hat, kriegt durchs Üben und Pauken noch mehr Probleme. Die Konzentration läßt nach, der Frust steigt, Angst kommt auf und die Lust zu lernen kommt gar nicht erst auf.

Eltern sollten in solchen Fällen von Hausaufgaben und -übungsstress zu 100% für ihre Kinder Partei ergreifen und in der Schule darauf drängen, dass speziell bei Matheproblemen:
1. das Verständnis für die Begriffe in der Schule zuerst einmal aufgebaut wird und
2. bei Problemen erstmal der (angebliche) Fachmann/-frau bei den einzelnen Kindern feststellt, worin sie eigentlich Verständnisprobleme haben.
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Gruß Fred Steeg
http://www.rechenschwaecheinstitut-volxheim.de
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Petra Litzenburger



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Beiträge: 669
Bundesland: Saarland

BeitragVerfasst am: 05.02.2008, 17:47    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
02. Februar 2008, 09:21 Uhr

SCHUL-ERKENNTNISSE

Besser lernen ohne Hausaufgaben


Von Markus Flohr, Britta Mersch und Katrin Schmiedekampf

Vokabeln pauken, Gleichungen lösen, Gedichte abschreiben: Nach der Schule warten Hausaufgaben. Aber bringen die überhaupt etwas? So, wie sie jetzt sind, nicht, sagen Forscher und Schulleiter. Ihr Urteil: Sie machen schwache Schüler schlechter und gute nicht unbedingt besser.

Wenn Camilla Schrijvers, 13, gegen 15 Uhr von der Laborschule in Bielefeld nach Hause kommt, dann geht sie reiten, zum Fußball oder trifft sich mit Freunden. An ihrer Schule gibt es keine Hausaufgaben.


Camilla Schrijvers: Eine halbe Stunde Hausaufgaben die Woche
Alle Arbeiten werden im Unterricht erledigt, ein Lehrer, der bei Fragen weiterhelfen kann, ist immer in der Nähe. "Nur wenn ich es in der Schule nicht geschafft habe, etwas in einer bestimmten Zeit fertig zu machen, muss ich zu Hause was tun", sagt die Sechstklässlerin. Wie oft das vorkommt? "Allerhöchstens ein bis zweimal in der Woche". Dann sitze sie eine halbe Stunde über den Heften, manchmal auch eine Stunde. "Aber ich versuche das zu vermeiden, damit ich frei habe und reiten gehen kann", sagt Camilla.

Hausaufgaben bringen Schülern nicht besonders viel, haben Studien von Forschern der TU Dresden ergeben. Angeblich tragen sie nicht dazu bei, dass sich die Noten der Schüler verbessern. Die Dresdner Forscher befragten 1300 Schüler und 500 Lehrer an Ganztagsschulen in Sachsen.

Etwa ein Drittel der Lehrer gab zu, nicht einschätzen zu können, ob die Hausaufgaben einen Effekt haben. Bei etwa drei Viertel aller Schüler beobachteten die Lehrer keinen Erfolg. Auch die Schüler selbst waren skeptisch, was den Sinn von Hausaufgaben angeht: Nur jeder Dritte glaubt, dass die Noten durch Schularbeiten besser werden.

Die sächsischen Grünen wollen deswegen schon die Abschaffung der Hausaufgaben an Sachsens Schulen: "Echte Ganztagsschulen bieten die zeitlichen Ressourcen und konzeptionellen Möglichkeiten, die pädagogischen Ziele auch ohne Hausaufgaben zu erreichen", sagte Astrid Günther-Schmidt, bildungspolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion im Landtag.

"Andere Kultur der Hausaufgabenbetreuung"

Die Forscher der TU Dresden sehen das Problem vor allem in der sozialen Situation der Schüler: Besonders benachteiligt seien Kinder aus einkommensschwachen Familien, die zu Hause wenig Unterstützung bekommen. "Wir brauchen eine andere Kultur in der Hausaufgabenbetreuung", sagt Andreas Wiere, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Fakultät Erziehungswissenschaft der Universität Dresden. Etwa in Form von Nachmittags-Angeboten für Schüler, die unterschiedliche Leistungsniveaus berücksichtigen.

Studien des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung in Berlin zeigen nämlich, dass Hausaufgaben dann zu besseren Schulleistungen führen können, wenn die Schüler verstehen, was sie da lernen sollen. "Wer zu lange an seinen Hausaufgaben sitzt, zweifelt oft an seinen eigenen Fähigkeiten", sagt Schulforscher Ulrich Trautwein, "und kann die Aufgaben deshalb nicht effektiv erledigen." Das wirke demotivierend, koste viel Zeit und ärgere die Schüler - führe aber nicht zu besseren Noten.

Das Problem liegt nicht nur bei den Schülern: "Lehrer sind genauso unterschiedlich effektiv, was die Vergabe von Hausaufgaben angeht", sagt Trautwein. Seine Studien zeigten tendenziell, dass Lehrer, die häufig Schularbeiten aufgeben, in ihrer Klasse bessere Leistungen erzielen. Daraus ließe sich aber keine Regel machen.

"Die entscheidende Frage ist, wie Lehrer die Qualität der Hausaufgaben verbessern können", so Trautwein. Die Lehrer sollten ihren Schülern nicht nur die entsprechenden Seiten im Buch nennen, sondern ihnen auch das nötige Handwerkszeug zum selbstständigen Arbeiten mit auf den Weg geben. Auf diese Weise könnten die Schüler lernen, sich selbst zu motivieren und den Zweck der Aufgaben besser zu erkennen.

"Damit die Schüler nicht aus dem Fenster fallen"

Ein komplett anderes Modell fürs Lernen außerhalb des Unterrichts probieren die Ganztagsschulen: "Da gibt es eigentlich keine Hausaufgaben", sagt Ludwig Stecher vom Deutschen Institut für Internationale Pädagogische Forschung in Frankfurt. "Da die Schüler ihre Sachen in der Schule erledigen, sind es Schulaufgaben." Oder verlängerter Unterricht.

Die Frage sei im Übrigen nicht so sehr, "ob Hausaufgaben grundsätzlich sinnvoll sind, sondern ob eine Idee und ein Konzept dahinter steht", so Stecher. Er arbeitet mit seinem Team zurzeit an einer Studie zur Entwicklung der Ganztagsschulen in Deutschland.

Was eine Schule konkret unter dem Titel Hausaufgabenhilfe oder -betreuung anbietet, kann sich sehr unterscheiden. "Manchmal heißt das nur, dass da jemand sitzt und aufpasst, dass die Schüler nicht aus dem Fenster fallen", so Stecher. An anderen Schulen gebe es auch Angebote, die die Schüler in Anspruch nehmen können, wenn sie mit den Aufgaben nicht weiter kommen.

Ideal sei aber eine Situation, sagt Stecher, in der ein Schüler beim Erledigen der Schulaufgaben jemanden bei sich hat, den er im Zweifelsfall fragen kann. Der eine kompetente Hilfe anbiete und weiß, was für den Schüler der nächste Lernschritt ist. So könnten die Schüler die Hausaufgaben auch verstehen. Das gebe es auch schon vereinzelt. Um diese Art der Aufgabenbetreuung zu machen, brauchen die Schulen aber Personal, das pädagogisch und didaktisch zumindest ansatzweise geschult ist. Und das kostet Geld.

Machen Hausaufgaben überhaupt Sinn? SchulSPIEGEL stellt drei Schulen vor, an denen das Heimgepauke abgeschafft wurden:


Das Kopernikus-Gymnasium in Duisburg: Selber denken statt stupide wiederholen


Das Kopernikus-Gymnasium in Duisburg hat die klassischen Hausaufgaben ein stückweit abgeschafft. "In einer Umfrage unter Eltern und Schülern haben wir festgestellt, dass die Schüler in den unteren Jahrgangsstufen ihre Hausaufgaben noch gerne machen", sagt Schulleiter Detlef Wöstefeld. Ab der achten Klasse - mit Beginn der Pubertät - sinke die Motivation jedoch enorm, nach der Schule noch Hausaufgaben zu erledigen.

Vor zwei Jahren hat sich die Schule deshalb ein neues Modell überlegt, das zurzeit schrittweise eingeführt wird. Statt haufenweise kleinteilige Aufgaben aus dem Mathe- oder Englischbuch abzuarbeiten, bekommen die Schüler längerfristige Projekte, die den Unterrichtsstoff ergänzen. "Wenn wir zum Beispiel im Latein-Unterricht die römische Götterwelt behandeln, bereiten die Schüler die inhaltliche Einführung selbst vor und präsentieren sie vor der Klasse", sagt Wöstefeld. Die selbstständige Erarbeitung von Themen erhöhe die Motivation der Schüler deutlich. "Sie können neue Lernmethoden ausprobieren", sagt der Schulleiter.

Manchmal muss es aber auch die klassische Lernarbeit am Schreibtisch sein - um das Pauken von Grammatik oder Vokabeln kommen die Schüler auch am Kopernikus-Gymnasium nicht herum. "Wir wollen die stupide Wiederholung des Unterrichtsstoffs möglichst vermeiden", sagt Wöstefeld, "wo es möglich ist, versuchen wir, praxisorientierte Aufgaben zu vergeben."


Laborschule Bielefeld: Alle Arbeiten in der Schule erledigen


"Bis morgen Früh rechnet ihr fünf Päckchen aus" - klassische Hausaufgaben wie diese gibt es an der Laborschule in Bielefeld nicht. Das liegt zum einen daran, dass es sich bei der Versuchsschule um eine Ganztagsschule handelt, die Kinder werden täglich von 8.30 Uhr bis 15 oder 16 Uhr unterrichtet, fast alle Arbeiten erledigen sie in der Schule.

Doch dass den Kindern nicht kurz vor dem Pausenklingeln noch ein Haufen Heimarbeit aufgebrummt wird, liegt noch an etwas anderem: Die Lehrer, und nicht zuletzt die Schulleiterin Susanne Thurn, sind davon überzeugt, dass klassische Hausaufgaben nichts bringen. Es sei einfach Quatsch, davon auszugehen, dass nach einer Schulstunde alle den gleichen Wissensstand haben und dieselben Aufgaben erledigen könnten.


Rolf Zuckett
Schulleiterin Susanne Thurn: "Wer den Stoff nicht verstanden hat, sitzt hilflos zu Hause"
"Kinder, die den Stoff nicht verstanden haben, sitzen später hilflos zu Hause", sagt Thurn. Sie würden lustlos über den Büchern brüten - und schließlich ihre Eltern um Rat fragen. Doch die hätten entweder keine Zeit oder würden mit völlig überholten Methoden versuchen, den Kindern zu helfen.

"Hausaufgaben erhöhen das selektive System hochgradig. Die Kinder, die am nötigsten Hilfe brauchen, bekommen keine", sagt Thurn. Andere, die die Aufgaben mühelos lösen könnten, bräuchten nach der Schule nicht noch mehr zu üben, sagt die Schulleiterin. Alle Arbeiten sollen in der Schule erledigt werden: "Da ist dann immer auch ein Lehrer greifbar, den man Sachen fragen kann."

Nur in Ausnahmefällen sollen ihre Schützlinge sich zu Hause noch einmal hinsetzen - um Referate vorzubereiten, ein Buch zu lesen oder Vokabeln zu pauken. Das besondere Konzept der staatlichen Versuchsschule gibt es seit 1974. Erst ab dem Ende der neunten Klasse werden Zensuren verteilt. Die Schüler werden jahrgangsübergreifend unterrichtet. Sie sollen sich individuell entwickeln. Sonderschüler und Gymnasiasten sitzen in Klassen zusammen, die an der Laborschule Gruppen heißen.


Comenius Schule Darmstadt: "Hausaufgaben lösen Blockaden aus"


"Ich finde es falsch, dass Kinder Hausaufgaben machen müssen", sagt Henning Zeus Zipf, der zur pädagogischen Leitung der Freien Comenius Schule in Darmstadt gehört. Hausaufgaben würden die Beziehung der Kinder zu ihren Eltern belasten - weil der Nachwuchs an das Erledigen erinnert werden müsse. Manchmal würden sogar Blockaden ausgelöst, wenn Schüler gegen ihren Willen arbeiten. Außerdem gehöre es zur Aufgabe der Schulen, den Kindern den Stoff innerhalb der Schulzeit beizubringen.

"In den höheren Klassen gibt es auch bei uns Dinge, die die Kinder zu Hause erledigen sollen, Referate vorbereiten oder etwas fertig schreiben zum Beispiel", sagt Zipf. Doch die meisten Aufgaben würden die Kinder im Unterricht erledigen. Das sei auch deshalb besser, weil viele Eltern ihnen zu Hause einfach nicht weiterhelfen könnten. Zipf: "Die Schüler sollen nicht alleine, sondern zusammen arbeiten."

Das Konzept der Privatschule ist nicht neu. Seit über 20 Jahren lautet ihr Ziel: "Menschen sollen sich ihrem Wesen nach entwickeln und ihre Potentiale entfalten", so Zipf. Die Schüler haben drei Tage in der Woche von 8.15 Uhr bis 15.30 Uhr Schule, an zwei Tagen nur bis 12.30 Uhr. Die Schule geht von der ersten bis zur zehnten Klasse. Wie viel Schulgeld die Eltern zahlen müssen, hängt von ihrem Einkommen ab - zwischen 185 und 360 Euro.


URL:
http://www.spiegel.de/schulspiegel/wissen/0,1518,532588,00.html
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h.matata



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BeitragVerfasst am: 06.02.2008, 15:54    Titel: Antworten mit Zitat

an der schule meines sohnes ist es so das es tagespläne gibt (bei den großen wochenpläne)was gelernt und erarbeitet werden muss.es hängt dann von der mitarbeit im unterricht ab ob er hausis auf hat oder nicht.zu beginn hat er dann mächtig "geschludert"und ewig viele hausi auf gehabt,die lehrerin hat sogar extrastunden für ihn gemacht damit er mit kommt.jetzt ist er ein halbes jahr an dieser schule und glaubt mir,selbst mein mini-holzkopf hat begriffen das er dran bleiben muss.sein notenschnitt hat sich um fast 2 noten verbessert.denn er hat gepeilt das er SELBSTverantwortlich handeln muss.mein sohn ist adhs kind und wenn er es schnellt das man nix geschenkt bekommt dann tut das auch jedes andere kind.ob hausi nun gut oder nicht gut ist..fakt ist das es sie gibt und sie müssen erledigt werden,da beißt die maus keinen faden ab.wenn sie im leben später aufgaben haben die keinen spaß machen können sie auch nicht sagen:nö,finde ich doof,mach ich nicht!
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Doris Carnap
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BeitragVerfasst am: 06.02.2008, 19:11    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo h.matata,

bei deinem Sohn gibt es Tagespläne und Wochenpläne. Das bedeutet, wenn er seine Aufgaben gemacht hat und etwas beherrscht, kann er weiterarbeiten. Hier scheint alles auf deinen Sohn gut abgestimmt zu sein.

Probleme mit Hausaufgaben gibt es immer dann, wenn Kinder etwas üben müssen, obwohl sie es lange verstanden haben und bereits können. Und dann, wenn sie überhaupt nichts verstanden haben.

Nehmen wir mal Mathematik. Ein Schüler der Klasse kann bereits bis Tausend und noch höher rechnen, er muss über Wochen für ihn stupide Rechnungen wie 3+5 oder 6+2 rechnen. Diese Rechnungen bringen diesem Kind nur Verdruß.

Ein anderes Kind der Klasse hat überhaupt noch nicht verstanden, was es machen soll und warum, soll aber die gleichen Aufgaben auch zuhause üben. Das Kind hat vielleicht Eltern, die der deutschen Sprache nicht mächtig sind. Was bringen diesem Kind die Hausaufgaben? Auch Verdruß und keinerlei Erkenntnis.

Doris
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h.matata



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BeitragVerfasst am: 07.02.2008, 11:59    Titel: Antworten mit Zitat

smile das thema kenne ich von meinem sohnemann mehr als zu genüge.ihm fällt alles zu so das er kaum lernen muss.
wieso soll ich rechenwege aufschreiben wenn ich doch die lösung weis,mama?
boa,das machen wir schon seit wochen,das ist doof!
fakt ist.die grundrechenarten in den ersten 3 schuljahren sind die grundlage für die gesammte schullaufbahn.das 1X1 wird so gelernt bis sie es im schlaf können,aber nicht zum ärgern..sondern um zu erleichtern.ebenso wie das schreiben von rechenwegen,das dient dem verinnerlichen.kann man gut selber testen.lass dir einen einkaufszettel mit 15 produkten von jemandem schreiben,lies ihn 5 mal durch und sag die produkte dann auswendig...das geht schief.schreibst du den zettel aber selbst und dann noch 5 mal ab..kannst du ihn auswendig.
so hab ich das auch meinem sohn erklärt,er war ganz baff das es stimmt.er murrt zwar ab und zu..weis aber warum er das macht.

ja das thema mangelde sprachkenntnis ist so eine sache die mich sehr stört.an unserer schule gibt es zusatzuntericht für diese kinder um ihre deutschkenntnisse zu verbessern,denn das ist das einzige was ihnen helfen kann..da gebe ich dir recht das hausi nicht viel bringt,außer es ist ein kind mit einem gewissen ehrgeiz"
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Waldfee



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BeitragVerfasst am: 13.02.2008, 13:43    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

seit meine Tochter mich aus dem Zimmer schickt, wenn sie ihre Matheaufgaben machen will, klappt es viel besser Smile
Ich schaue mir die fertigen Aufgaben an und sage, ob es richtig ist oder ob sie nochmal nachrechnen muss.
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