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Lehrer wollen jahrgangsübergreifendes Lernen nicht umsetzen

 
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Petra Litzenburger



Anmeldedatum: 20.01.2006
Beiträge: 669
Bundesland: Saarland

BeitragVerfasst am: 21.12.2007, 11:07    Titel: Lehrer wollen jahrgangsübergreifendes Lernen nicht umsetzen Antworten mit Zitat

Lehrer boykottieren Unterricht


Die wichtigste Neuerung der Berliner Schulgeschichte stockt: Viele Grundschullehrer wollen das jahrgangsübergreifende Lernen nicht umsetzen. Schulsenator Zöllner (SPD) räumt Probleme ein


VON ANNA LEHMANN


An Berlins Grundschulen ist ein offener Klassenkampf ausgebrochen: Viele Lehrer und Eltern wehren sich dagegen, dass alle 5- bis 8-jährigen Schüler ab dem nächsten Schuljahr in gemischten Gruppen unterrichtet werden. Sie fordern, die herkömmliche Trennung in die Klassen eins bis drei zu erhalten. Bildungssenator Jürgen Zöllner (SPD) will das altersgemischte Lernen aber wie im Schulgesetz geplant an allen 396 Berliner Grundschulen umsetzen. Gegenüber der taz räumt er jedoch ein: "Die Organisation muss natürlich so sein, dass es in ausreichendem Maße funktionieren kann. Ich setze mich mit den Sorgen von Schulen im Augenblick sehr ernsthaft auseinander."

Die Jahrgangsmischung ist Bestandteil der flexiblen Schuleingangsphase und sollte bereits zum laufenden Schuljahr eingeführt werden. Allerdings unterrichten erst 176 Grundschulen, also rund 40 Prozent, nach diesem Prinzip. Es sieht vor, dass Schulanfänger in eine Lerngruppe mit erfahrenen Schülern kommen, die die Kleinen an die Hand nehmen und dabei selbst lernen, Wissen weiterzugeben. Ziel dieser Reform ist es, Schüler individueller zu unterrichten.

Die Protestbriefe auf Zöllners Schreibtisch häufen sich jedoch mittlerweile: 900 Neuköllner Lehrer haben in dieser Woche bekannt, dass an ihren Schulen große Unruhe und Unmut darüber herrsche, dass das jahrgangsübergreifende Lernen ab nächstem Schuljahr eingeführt werden muss. "Unsere Schüler sind so unselbstständig und hilfebedürftig, die brauchen eine feste Klassenstruktur", sagt Gudrun Genschow von der Eduard-Mörike-Schule in Neukölln. Viele Kinder hätten keine Kita besucht, könnten sich weder die Nase putzen noch die Schnürsenkel binden. "Jahrgangsübergreifendes Lernen erfordert zusätzliches Engagement. Doch wie soll man eine Sache engagiert vertreten, von der man nicht überzeugt ist?", fragt die Lehrerin. Auch aus Pankow erhält Zöllner Post: Lehrer und Eltern lehnen den pädagogischen Ansatz ab oder klagen über fehlendes Personal und mangelnde Räume.

Tatsächlich ist die Mehrheit der Lehrer nicht darauf vorbereitet, höchst unterschiedliche Schüler gemeinsam zu unterrichten. Zwei Drittel der Pädagogen verzichteten im letzten Schuljahr auf innere Differenzierung, also auf Maßnahmen, um stärkere und schwächere Schüler gleichermaßen zu fördern, merkten die Schulinspektoren an. Dabei bietet das Landesinstitut für Schule und Medien seit sieben Jahren entsprechende Fortbildungen an. Die Teilnahme ist jedoch freiwillig. "Die Veranstaltungen stoßen auf geteiltes Interesse, es geht letztlich darum, ob man weiterhin im Gleichschritt unterrichten will oder individuell", so Mechthild Pieler, zuständig für die Schuleingangsphase. Viele KollegInnen würden sich nur ungern auf neue Anstrengungen einlassen, sagt Jürgen Schulte vom Gesamtpersonalrat der Lehrer. So meint eine Schulleiterin: "Wir bieten jede Woche Hospitation und Beratung an, doch kaum jemand interessiert sich dafür."

"Es kommt auf die richtige Einstellung an", bilanziert die stellvertretende Leiterin der Weddinger Rudolf-Wiessell-Schule. Die Kinder aus 27 Nationen werden seit sieben Jahren in gemischten Gruppen unterrichtet. "Man muss als Lehrer lernen, im Team zusammenzuarbeiten. Einzelkämpfer haben es schwer."


Quelle: http://www.taz.de/nc/1/archiv/print....c=GI&cHash=d9057bd002
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Zuletzt bearbeitet von Petra Litzenburger am 21.12.2007, 19:00, insgesamt 2-mal bearbeitet
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Petra Litzenburger



Anmeldedatum: 20.01.2006
Beiträge: 669
Bundesland: Saarland

BeitragVerfasst am: 21.12.2007, 11:27    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
"Unsere Schüler sind so unselbstständig und hilfebedürftig, die brauchen eine feste Klassenstruktur", sagt Gudrun Genschow von der Eduard-Mörike-Schule in Neukölln. Viele Kinder hätten keine Kita besucht, könnten sich weder die Nase putzen noch die Schnürsenkel binden.


Weil die kleinen Schüler sich nicht selbst die Nase putzen und die Schnürsenkel binden können, kann Jahrgangsübergreifendes Lernen nicht funktionieren?!

Sind das die einzigsten Argumente, die überzeugen sollen?

Nase putzen und Schuhe binden können die Kleinen ebenfalls von den Größeren Lernen.

Zitat:
"Jahrgangsübergreifendes Lernen erfordert zusätzliches Engagement.


Dieses Engagement scheint bei diesen Lehrern wohl zu fehlen.

Zitat:
Tatsächlich ist die Mehrheit der Lehrer nicht darauf vorbereitet, höchst unterschiedliche Schüler gemeinsam zu unterrichten. Zwei Drittel der Pädagogen verzichteten im letzten Schuljahr auf innere Differenzierung, also auf Maßnahmen, um stärkere und schwächere Schüler gleichermaßen zu fördern, merkten die Schulinspektoren an. Dabei bietet das Landesinstitut für Schule und Medien seit sieben Jahren entsprechende Fortbildungen an. Die Teilnahme ist jedoch freiwillig. "Die Veranstaltungen stoßen auf geteiltes Interesse, es geht letztlich darum, ob man weiterhin im Gleichschritt unterrichten will oder individuell", so Mechthild Pieler, zuständig für die Schuleingangsphase. Viele KollegInnen würden sich nur ungern auf neue Anstrengungen einlassen, sagt Jürgen Schulte vom Gesamtpersonalrat der Lehrer. So meint eine Schulleiterin: "Wir bieten jede Woche Hospitation und Beratung an, doch kaum jemand interessiert sich dafür."


Hier liegt genau der Kern der Sache. Man muss sich auch auf neue Anstrengungen einlassen wollen!

Statt dessen wird erst einmal darüber diskutiert, wie es nicht geht und was nicht geht, statt darüber nachzudenken wie diese Neurungen umgesetzt werden können. Aber man ist ja nicht einmal bereit dieses zu versuchen!

Statt dessen intrumentalisiert man lieber die Eltern Protestbriefe an die Kultuministerin zu schreiben.

Es ist bemerkenswert, wie Lehrer dann plötzlich wenn es um ihre eigenen Interessen geht die Eltern mit ins Boot nehmen, die man von Schule doch so gernen ausschließt, und ihre Meinung als die einzigste und richtige Wahrheit zu verkaufen.

Dies habe ich selbst erlebt, als im Saarland die Grundschulschließungen diskutiert wurden.

Da frage ich mich ernsthaft: Wie dumm können Eltern eigentlich sein?

Zitat:
"Es kommt auf die richtige Einstellung an", bilanziert die stellvertretende Leiterin der Weddinger Rudolf-Wiessell-Schule. Die Kinder aus 27 Nationen werden seit sieben Jahren in gemischten Gruppen unterrichtet. "Man muss als Lehrer lernen, im Team zusammenzuarbeiten. Einzelkämpfer haben es schwer."


Teamarbeit- in der Schule leider meist immer noch ein Fremdwort!


Liebe Grüsse

Petra
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Legolas



Anmeldedatum: 20.11.2006
Beiträge: 379
Bundesland: Niedersachsen

BeitragVerfasst am: 25.12.2007, 12:25    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Petra,

ich weiß ja nicht wie dass in Berlin so ist, aber hier auf dem platten Land ist es durchaus üblich das in einer ersten Klasse Schüler im Alter von 5-8 Jahren eine erste Klasse bilden. Die Klassen setzen sich durch Kann-Kinder, 6-7 jährigen Erstklässlern und 8-9 Jährigen Wiederholerkindern zusammen. Ich persönlich kenne keine 1.Klasse die nur aus 5-6 Jährige Kindern besteht. Es Bedarf eines großen Einfühlungsvermögen der Lehrkraft um hier jedem Kind (manche können schon lesen und schreiben andere möchten lieber noch spielen) gerecht zu werden. Wenn die Lehrkraft aber dazu nicht in der Lage ist und sich an denen orientiert die schon weiter sind,wird es schwierig.

An sich finde ich den Gedanken gut dass man Klassenübergreifend lernt und die Kinder sich untereinander helfen zu mal sich dann auch die tätlichen Übergriffe von Drittklässlern auf Erstklässler verringern würden. Weil die Kinder sich besser kennen und eine Hierarchie erst gar nicht entsteht, wenn alle zu einer Klasse gehören.

Zitat:
Zwei Drittel der Pädagogen verzichteten im letzten Schuljahr auf innere Differenzierung, also auf Maßnahmen, um stärkere und schwächere Schüler gleichermaßen zu fördern, merkten die Schulinspektoren an. Dabei bietet das Landesinstitut für Schule und Medien seit sieben Jahren entsprechende Fortbildungen an. Die Teilnahme ist jedoch freiwillig. "Die Veranstaltungen stoßen auf geteiltes Interesse, es geht letztlich darum, ob man weiterhin im Gleichschritt unterrichten will oder individuell", so Mechthild Pieler, zuständig für die Schuleingangsphase. Viele KollegInnen würden sich nur ungern auf neue Anstrengungen einlassen, sagt Jürgen Schulte vom Gesamtpersonalrat der Lehrer. So meint eine Schulleiterin: "Wir bieten jede Woche Hospitation und Beratung an, doch kaum jemand interessiert sich dafür."


An dieser Reaktion sieht man deutlich dass seitens der Lehrer nur wenig Interesse besteht etwas zu ändern. Wenn dieses Gesetz nun gegen den Willen dieser Lehrer durchgedrückt wird, kann ich die Eltern gut verstehen ,dass ihnen mulmig wird.

Ich habe selbst erlebt wie bereits in einer ersten Klasse Kinder gehänselt wurden weil sie manche Sachen noch nicht konnten und die "engeagierte " Lehrerin dieses mit dem Satz:" tja, Kinder können grausam sein..." abgetan hat. Auch gegen die Hackordnung ,die älteren sagen wo es lang geht und die kleinen fügen sich ( aus Angst), hat sie nichts unternommen.

Wenn ich mir vorstelle dass dieses jahrgangsübergreifende Lernen, an einem Elternabend, von Lehrern vorgestellt wurde die keinerlei Interesse daran zeigen etwas zu ändern ... ?!?!

Ich glaube man kann gerade Eltern von Erstklässlern sehr schnell mit wenigen Worten auf seine Seite ziehen.
z.B.: Tja, sonst hatten wir ja immer viel Zeit für die Kleinen damit sie sich an die Schule gewöhnen, aber jetzt? Wir können die größeren nicht im Stich lassen!

oder auch: tja, wir sind mit dieser zweiten Klasse vom Stoff her sehr weit gekommen, aber wenn ich im nächsten Jahr dann noch eine Horde von 5-Jährigen in der selben Klasse beaufsichtigen soll, wird es unmöglich diesen Standart zu halten...

Alles Argumente die Eltern ruckzuck überzeugen etliche Protestbriefe zuschreiben. Und ich gestehe wenn ich nicht durch eigene Erfahrung, wüßte dass nicht alle Lehrer engagiert sind, wäre ich auch dabei gewesen.

Schade finde ich, dass Neuerungen und Verbesserungen in der Schule immer wieder durch solche Sturköpfe ( Beamte ) blockiert werden können. Wenn es hier um ein großes Unternehmen ginge und es würden Verbesserungsvorschläge von einzelenen Mitarbeitern blockiert, oder sogar eine Meuterei der Belegschaft angezettelt, dann würden eben Köpfe rollen. Unsere Beamten aber können sich vom Tag der Verbeamtung bis zum Renteneintritt darauf einrichten dass sie sich in dieser Zeit keinen Neuerungen ( Anstrengungen) mehr stellen müssen. Schließlich haben sie ja lange genug studiert!

LG Legolas
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