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Kopie: Warum werden Hochbegabte gemobbt?

 
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Anmeldedatum: 21.01.2006
Beiträge: 255

BeitragVerfasst am: 24.01.2006, 02:59    Titel: Kopie: Warum werden Hochbegabte gemobbt? Antworten mit Zitat

Ersteller

Erika
Stammposter




Status: Offline
Registriert seit: 16.12.2004
Beiträge: 256
Nachricht senden Erstellt am 11.02.2005 - 23:01

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Hallo,

Ist das richtig?

Hochbegabte werden manchmal gemobbt, weil diese sich anders benehmen als andere Kinder. So viel ich bisher weiß, stören sie z.B. teilweise den Unterricht, weil sie unterfordert sind und/oder Langeweile im normalen Unterricht verspüren. Sie sind oft impulsiv, müssen ihr Wissen sofort an den Mann bringen und können nicht abwarten, bis sie an der Reihe sind. Außerdem haben sie trotz Hochbegabung oft Handicaps wie LRS, schlechte Handschrift, Unordentlichkeit und langsame Arbeitsweise. Diese Kombination wird von vielen Lehrern überhaupt nicht verstanden. Das sind dann die Kinder, die ja könnten, wenn sie nur wollten.

Die Reaktion vieler Lehrer ist dann Mobbing: negative Bemerkungen oder sogar Beleidigungen, negative Kommentare unter den Klassenarbeiten, Bloßstellung vor der Klasse,Anschreien, Punkteabzug in höheren Klassenstufen, Strafarbeiten, Nach- und Vorsitzen, vor die Tür setzen usw.

Die Strafen bringen jedoch gar nichts, sondern das Kind wird zusätzlich aggressiv und/oder depressiv.

Was können Eltern tun, wenn Lehrer sich aber nicht überzeugen lassen, dass die Kinder anders beschäftigt/gefordert werden müssten oder wenn diese Lehrer auch nicht daran glauben wollen, dass Strafen das Verhalten eher verschlimmert, aber ein Belohnungssystem hilfreich sein kann? Was kann man tun, wenn diese Lehrer trotz vieler Gespräche und Informationen nur von Ritalin und Verhaltenstherapie überzeugt sind? Was erreicht man als Eltern, wenn man hier auf die Einhaltung von Gesetzen pocht. Vor-die-Tür-Setzen ist verboten, oder? Ist eine-Stunde-vor Unterrichtsbeginn-in-die Schule-kommen-lassen erlaubt? Falls es verboten ist, was bringt der Versuch, solche Strafen zu verhindern? Die Lehrer werden dann doch erst recht pingelig und werden kleinste Verhaltensabweichungen -schulrechtlich erlaubt- bestrafen.

Das Kind ist nachmittags gut ausgelastet und wird durch die Eltern gefördert. Eine besondere Schule für Hochbegabte gibt es nicht im näheren Umkreis. Ein Internat kommt für die Eltern nicht in Frage, weil das Kind die tägliche Geborgenheit in der Familie braucht.

Für Tipps bei derartigen Problemen wäre ich dankbar.

Schöne Grüße
Erika





Signatur
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"In dem Moment, wo die Hirnfunktionen vollständig und abgewogen ablaufen, erreichen die Körperbewegungen ihr höchstes Maß an Anpassung, ist Lernen eine relativ einfache Aufgabe und richtiges Verhalten ein ganz normaler Zustand."
(A. Jean Ayres)

MarleneMayer
Moderatorin

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Status: Offline
Registriert seit: 11.12.2004
Beiträge: 123
Nachricht senden Erstellt am 17.02.2005 - 12:12

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Hallo Erika,

es ist richtig das auch Hochbegabte gemobbt werden und dies nicht selten.

Was können Eltern tun?

Den/die Lehrer um Mithilfe bitten, versuchen das Anders sein des Kindes zu erklären, auch unter Einbeziehung eines Schul/Psychologen.
Es sollte vermieden werden hier zwei Fronten zu schaffen, Lehrer und Eltern sollten gemeinsam das gleiche Ziel verfolgen im Interesse des Kindes.

Was tun wenn sich Lehrer nicht überzeugen lassen/wollen?

Das Gespräch mit der Schulleitung suchen.

Nach dem Motto: Wer fragt, der führt!

Ein Lehrer lässt sich nicht belehren, ein Lehrer ist oft von seinem Wissen überzeugt. Das schlimme daran ist nicht das "nicht wissen" sondern das "nicht wissen wollen".


Ich verstehe heute beide Seiten, die des hochbegabten Kindes, aber auch die des Lehrers.

Schuld gebe ich unserer Politik, die bis heute nicht in der Lage zu sein scheint, das Thema Hochbegabung zu verstehen, geschweige denn das alle Lehrer und Schulen diesen Kindern auch gerecht werden kann. Leider.

Marlene Mayer






Brit





Status: Offline
Registriert seit: 30.01.2005
Beiträge: 19
Nachricht senden Erstellt am 20.03.2005 - 00:13

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Hallo, Erika!
Ja, es ist richtig, Hochbegabte werden häufig von Lehren gemobbt bzw. ihre Mitschüler zum Mobben animiert. Auch ich habe mit meinem jetzt fast 18-jährigen hochbegabten Sohn leider diese Erfahrung machen müssen. Und auch DIE Erfahrung, dass selbst Gespräche mit den entsprechenden Lehrern, in Fachkonferenzen, mit der Schulleitung wenig bringen, selbst wenn man sich den Elternverband DGHK oder Psychologen zu Hilfe holt. Im Gegenteil, häufig zu noch mehr Mobbing führen.
Mit meinem Sohn hatte ich die ganze Palette durch, obwohl er nie ein Kind war, was störte ("aber er guckt immer so, dass ich merke, er akzeptiert mich nicht"- da war er 8J !!!). Resultat: Wie oft stand er bereits in der Grundschule vor der Tür, z.T. eine ganze UR-Stunde! Oder unter Kontrollarbeiten (noch 9. Klasse): du sollst doch einen Rand ziehen- der vorgedruckte auf der linken Seite reichte offenbar nicht. "Du kannst doch sonst so gut reden, wenn du einen Vortrag hältst, und jetzt kriegst du plötzlich den Mund nicht auf? Du willst mich wohl veralbern?"- natürlich vor der gesamten Klasse. Seine Handschrift genügte natürlich auch nie den Anforderungen. Der Anfang vom Ende war, dass er im Musik-UR für mündliche Leistungen eine 6 bekam für seine schlechte Mitarbeit im UR: "Er passt nicht auf und liest sogar nebenbei, und wenn er Arbeiten schreibt oder vorsingen soll, kann ich ihm ja doch wieder nur eine 1 geben. Und das ist doch ungerecht den anderen gegenüber!". Die Lehrerin hat es mit Sicherheit nicht böse gemeint mit meinem Sohn, der mit 5 Jahren Klavierunterricht begann, später noch Geige, und mit Vorliebe mit zu Konzerten und Opern ging. Sie war einfach hilflos!?? Für ihn war das ein Signal, ich kann ja noch so gut sein, letztendlich kriegen die mich! Ja, und von da ab begann die Verweigerung, und für unser staatliches Schulsystem ist mein Sohn nunmehr endgültig verloren. Unterstützung fand ich in den Schulen kaum, nur seitens einer Lehrerin, die dann vor 2 Jahren an eine Schule im Ausland ging- "Ja, was haben wir denn hier in Dtd. noch verloren?"
Wie oft hatte mein Sohn das Gefühl bekommen müssen, nicht angenommen zu werden und auch von mir im Stich gelassen zu sein? Im Juni legte er dann, nachdem er 2 Mal in der 9. Klasse sitzen geblieben war und seither keine Schule mehr besuchte, mit guten und sehr guten Ergebnissen seine Nichtschülerrealschulprüfung ab...
Und wenn ich jetzt alle Situationen so mit Abstand noch mal durchgehe, so wüsste ich auch heute noch nicht, wie ich hätte reagieren können, wie ich bei meinen beiden jüngeren Kindern reagieren könnte- die Große (6) ist ja (leider) auch hochbegabt. Ich hoffe, dass es bei ihr anders läuft, immerhin ist sie nicht so introvertiert wie ihr großer Bruder. Und ich kenne mittlerweile einige Schulen im Ort, und weiß, wo man diesen Problemen etwas offener und flexibler gegenübertritt und bereit ist, differenziert zu arbeiten.
Ja, und ich kenne eine ganze Menge hb. Kinder, die ähnliche Probleme haben, da sie in keine "Schablone" richtig hereinpassen. Wo dann häufig nur Schulwechsel oder Springen (für einen gewissen Zeitraum) halfen, manche verließen letztendlich dann doch vorzeitig und ohne Abschluss die Schule...
Schöne Grüße! Brit





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"Deine Kinder sind nicht deine Kinder. Sie sind die Söhne und Töchter der Sehnsucht des Lebens nach sich selbst. Du kannst ihnen deine Liebe geben, nicht aber deine Gedanken, denn sie haben ihre eigenen Gedanken." Khalil Gibral

Brit





Status: Offline
Registriert seit: 30.01.2005
Beiträge: 19
Nachricht senden Erstellt am 20.03.2005 - 09:50

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Ja, was ich vergaß zu erwähnen und mir auch auf der Seele liegt: Das Mobbing erstreckt sich ja letztendlich auch auf die Eltern, und irgendwie war ich auch immer Schuld, wenn was schief lief: Zuerst war ich die überbesorgte Mutter. Ich war auch überehrgeizig, weil ich mit meinem Sohn täglich Stunden üben würde (haha, der kam nach Hause und war überhaupt nicht bereit, sich auch noch einmal mit Schule zu beschäftigen, selbst HA machen nur 1-2-fix), wie ich Jahre später von Bekannten der L. erfuhr. Auch war ich übermäßig anspruchsvoll und unternahm viel zu viel mit meinem Sohn, der kann sich ja gar nicht von seiner Mutter lösen. Und unrealistisch war ich außerdem (die denkt, Ihr Kind kann sonstwas, das werden wir schon zeigen, dass er erst mal die Pflichtaufgaben machen muss)- dabei wollte ich nur, dass er zufrieden durch die Schule kommt, und wenn´s halt Realschule gewesen wäre. Später, als er mich nicht mehr an sich heranließ, war das meinerseits natürlich Vernachlässigung, und überhaupt nicht kümmern. Als er 16 war, empfahl mir mal eine L. das Buch "Jungen- wie sie glücklich heranwachsen und "Wenn das mein Sohn wäre, da gibts doch irgendwo in Bayern so ein Schulinternat, also ich glaube, ich würde ihn wegsperren, damit er nichts anderes machen kann als für die Schule!" LG Grit





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