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PRESSEMITTEILUNG
 

Die Zermürbungstaktik

Der Umgang mit kritischen Eltern in der Schule hat „System“

Mit Interesse haben wir, die Elterninitiative gegen Mobbing und Gewalt an Schulen, kurz: EMGS (im Netz unter: www.emgs.de), die Berichterstattung in den Medien über den Fall in Hamburg „Lehrerin hängt Schüler an Kleiderhaken“ verfolgt.


Schulamt schützt Pädagogen und stellt sich gegen die Opfer

Es ist katastrophal wie lax die Schulleitung und die Schulaufsicht mit solchen massiven Beschwerden von Eltern umgeht. Anstatt die Opfer zu schützen und nach konstruktiven Lösungen zu suchen, steht das Urteil für die Schulaufsicht oft von Anfang an schon fest: Die beschuldigte Lehrkraft ist unschuldig. Den Opfern wird nicht geglaubt.
So auch in dem aktuellen Fall aus Hamburg. Obwohl die Staatsanwaltschaft Anklage erhoben hatte, äußerte der Schulbehörden-Sprecher Alexander Luckow noch vor Prozessbeginn gegenüber dem Hamburger Abendblatt: "Die Lehrerin ist nicht suspendiert und wird es auch nicht." Eine solche schützende Haltung der Schulaufsicht deckt sich auch mit unseren Erfahrungen. Viel zu oft werden die Beschwerden in den Behörden vertuscht und verschleppt. Die Fälle sind fast schablonenhaft gleich, wie wir mit Erschrecken feststellen.

Vorwurf Hetzkampagne und Mobbing

Nach unseren Erfahrungen werden die beschwerdeführenden Eltern und die Opferkinder einer Mobbing- oder Hetzkampagne gegen die Schule bezichtigt. Mit Hilfe der Elternsprecher wird mit einseitiger Berichterstattung, meist versucht die nicht betroffenen Eltern auf die Seite der Schule und der beschuldigten Lehrkraft zu ziehen. Die nicht beschwerdeführenden Eltern und die Elternvertreter spielen, obwohl Ihnen die Probleme bekannt sind und ihre Kinder teilweise selbst Probleme mit der betreffenden Lehrkraft haben, dieses „falsches Spiel“ oft mit, viel zu groß ist die Angst das eigene Kind könnte darunter leiden, wenn die Eltern sich gegen die Schule auflehnen

Opfer werden isoliert und zermürbt

Das Ziel ist klar, die Folgen sind fatal: Ein zermürbender Kampf für die Opfer beginnt. Die Eltern der betroffenen Kinder werden isoliert und ausgegrenzt. Die anderen Eltern distanzieren sich. Die Eltern der Opfer stehen auf einmal alleine da. Und die betroffenen Kinder werden von Mitschülern ausgegrenzt, oft wenden sich sogar die Freunde von ihnen ab. Weil vor allem die Kinder aber auch die Eltern diesem Druck nur bis zu einem gewissen Grad standhalten können, bleibt am Ende in den meisten Fällen nur noch ein Schulwechsel. Die Opfer müssen den Tatort verlassen.

Immer und immer wieder beobachten wir bundesweit diese erschreckend ähnliche Vorgehensweise in allen uns bekannt gewordenen Fällen, so dass wir fast von einem „System“ sprechen können. Ein System in dem für Eltern, die sich gegen Missstände an Schulen auflehnen kein Platz ist. Ein System, das so mächtig ist, dass die meisten Eltern bei Problemen ihre Kinder lieber stillschweigend in einer anderen Schule anmelden, als gegen die Missstände aufzubegehren.

Kinder schweigen oft über ihr Leid – manchmal sogar jahrelang

Oft schweigen die betroffenen Kinder über die Vorfälle in der Schule. Aus Angst oder auch aus Scham berichten sie ihren Eltern erst Wochen oder Monate später von den verbalen oder körperlichen Übergriffen durch die Lehrkraft. Viele Kinder befürchten, dass der Leidensdruck noch größer wird, wenn sie darüber sprechen. Ein Verdrängungsmechanismus setzt ein. Das Kind stumpft oft ab. Ein Mitglied unserer Elterninitiative benötigte 22 Jahre um sein Schweigen zu brechen. Erst heute kann er –allerdings nur in Schriftform- über die von einem Pädagogen zugefügten jahrelangen seelischen und körperlichen Misshandlungen, berichten. Sprechen kann er über das jahrelang erduldete Martyrium noch heute nicht.
Der Leitsatz dieses zwischenzeitlich erwachsenen Menschen „Ein geschlagenes Kind vergisst nie“ sollte nicht nur alle Eltern aufhorchen lassen, sondern auch die Verantwortlichen mehr als nachdenklich werden lassen.


Elterninitiative gegen Mobbing und Gewalt an Schulen
Petra Litzenburger
Kirchstrasse 22
66292 Riegelsberg
06806/3060875
Petra.Litzenburger@emgs.de
www.emgs.de



Pressemitteilung im PDF-Format [31 KB]

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